Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

 
Zum Druckdialog gelangen Sie auch
über die Tastenkombination "STRG" + P.

Fehlerbericht Hauptseite

"Pneumonie nicht diagnostiziert"

Reportnummer:
515
Dieses Ereignis wird aus einer gynäkologischen Praxis berichtet:

Was ist passiert?
Pat. Mitte 20 stellte sich in Gyn Praxis mit starker Abgeschlagenheit und einer "starken Erkältung" vor.
Es folgte eine kurze Auskultation, die für mich nicht mehr als einen grippalen Infekt hergab. Pat. wurde mit Hinweis auf Bettruhe wieder nach Hause (bzw. Hotel) geschickt. Sie war im Urlaub ca. 2,5 Stunden mit dem Auto von zu Hause entfernt.
Was war das Ergebnis?
Der AZ der Pat. verschlechterte sich zunehmend. Pat. wurde von ihren Eltern zurück nach Hause geholt. Zu Hause stellte sie sich unverzüglich erneut in einer Notdienstpraxis vor. Dort zeigte sich eine Temperaturerhöhung auf über 40 Grad und eindeutige RGs - Pneumonie mit Pleuraerguss. Mehrtägiger Krankenhausaufenthalt mit AB i.v.
Mögliche Gründe
In der Praxis war viel zu tun. Habe bei einer jungen Frau nicht an eine Pneumonie gedacht.
Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
Ich hätte mir mehr Zeit nehmen müssen. Genauere Auskultation, Fieber messen, die Beschwerden der Pat. anhören. Typischer Werdegang - Andauernder Husten nach grippalem Infekt
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, ,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
erstmalig

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Die junge Patientin stellt sich mit einer Erkältungssymptomatik in der gynäkologischen Praxis vor - die bestehende Pneumonie wird übersehen. Da uns nicht klar ist, warum die Patientin nicht von einem Hausarzt gesehen wurde, haben wir eine Rückfrage gestellt.



Kommentare

Hilfe
21.11.2009
18:11:59
Barbara L.
@Joern

Hängt doch sehr vom Habitus des Pat. ab und etwas mehr als 2-3 cm sind es meines Wissens schon.
Aber prinzipiell klar, besonders bei jüngeren Pat. auch an die atypischen denken, die ja oft eben nicht mit hohem Fieber einhergehen.
20.11.2009
18:57:56
Joern07
immer mal drank denken: unser Stethoskop reicht nur ca. 2-3 cm in die Tiefe - zentrale Pneumonien kann man nicht hören. Und gerade bei jungen Menschen (insbesondere Kindern) entwickelt sich Fieber und RGs rasend schnell, insofern würde ich etwas in Zweifel ziehen, ob es sich hierbei überhaupt um einen "Fehler" handelt.
11.11.2009
17:14:08
Die Pat. ging nicht zum Hausarzt, weil sich der Vorfall an einem Sonntag ereignete und wir die diensthabende Notdienstpraxis waren.
10.11.2009
07:35:18
Allgemeinärz-
tin
Man denke an atypische Pneumonie (besonders bei jungen Leuten) mit dem oft fehlenden Auskultationsbefund. Dass sich dann aber innerhalb von 2,5 Stunden massive RG"s und Pleuraerguss einstellen, leuchtet mir nicht so richtig ein.
06.11.2009
15:13:57
Die Patientin wurde unmittelbar nach der Untersuchung nach Hause geholt und dort in der Notdienstpraxis vorgefallen. Zeitdifferenz zwischen Untersuchung in meiner Praxis und Untersuchung in der Notfallpraxis ca. 2,5 Stunden
05.11.2009
22:42:14
Barbara L.
Noch weiter unklar: In welchem Zeitraum verschlechterte sich der Zustand der Patientin? Wenn es nicht gerade innerhalb weniger Stunden hatt sie vielleicht noch keine ausklutatorisch hörbare eindeutige Pneumonie mit Pleuraerguss. Wenn man nicht gerade das Anfassen während der Auskultation vermeidet, kann man eine so hohe Temperatur eigentlich auch fühlen, vielleicht hatte die Pat. also noch kein Fieber?

Ihr Kommentar:


Name:
Kommentar: