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"Mögliche Wechselwirkung zwischen Antibiotika und Diabetes-Tabletten"

Fehler des Monats 01.11.2007


Veröffentlicht/Dokumente:   Der Hausarzt  ärztemagazin  

Reportnummer:
368
Altersklasse
71-80
Fehlertyp
Wissens- u. Fertigkeitsfehler bei Ausführung einer klinischen Aufgabe
Diagnose
Allgemein und unspezifisch
Medikamentengruppe
Alimentäres System, Stoffwechsel
Medikament(e)
Glibenclamid Ciprofloxacin
Schweregrad
Schaden

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Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

In der Fachinformation wird darauf hingewiesen, dass in Einzelfällen die Wirkung von Glibenclamid verstärkt und es also zu einer Unterzuckerung kommen kann.
Multimorbide Patienten mit einer Vielzahl von Medikamenten sind mittlerweile in hausärztlichen Praxen oft die größte Patientengruppe überhaupt. Wie kann man - wie im vorliegenden Fall - die Übersicht behalten bzw. wie gehen Sie mit der Frage möglicher Wechselwirkungen um?
Kennen Sie und Ihr Praxisteam immer alle Medikamente, die Ihre Patienten nehmen und wenn ja, wie erreichen Sie das?
Wann ziehen Sie Medikamenten-Interaktionen als Ursachen für Beschwerden und Symptome in Betracht?



Kommentare

Hilfe
06.01.2010
15:16:44
diabetologe
möchte Barbara L. zustimmen: Infekt selbst führte eher zu erhöhtem Bz, der magelnde Appetit aber, wie zumindest in vielen selbst beobachteten Fällen, zur mangelnden KH-Aufnahme und demzufolge zur Unterzuckerung.
Vollkommen richtig auch der Kommentar von Katharina K., daß Sulfonylharnstoffe bei alten Menschen unkritisch eingesetzt werden trotz eingeschränkter Nierenfunktion und fraglichem Eßverhalten, was dann gerne zu protrahierten Unterzuckerungen führt, die hartnäckiger sind als insulinbedingte!
Ein wichtiger Aspekt wurde aber noch gar nicht diskutiert: hätte man der Patientin oder einer betreuenden Angehörigen die Möglichkeit gegeben, nach entsprechender Schulung eine Blutzuckermessung mit einem eigenen Meßgerät im Krankheitsfall durchzuführen, dann wären der Patientin Leid, dem Gesundheitswesen eine Menge Geld und Hausarzt/Notarzt/Klinik ein unnötiger Arbeitseinsatz erspart geblieben! - Nur leider ist bei Typ 2-Diabetikern ohne Insulintherapie eine Selbstmessung politisch (Kassen) nicht gewollt und wird in der Regel nicht erstattet - was zu solchen Situationen immer wieder beitragen wird!
22.10.2007
21:20:18
Frank S.
Gerade Fluochinolone sind durchaus bekannt für die Erzeugung von Hypoglykämien. Wegen dieser NW wurden bereits Präparate dieser Klasse vom Markt genommen. Ich halte daher die Wechselwirkung durch Cipro für durchaus plausibel.
19.10.2007
17:50:23
Katharina K
Ich stimme Frau Barbara L. zu. Auch ich habe gelernt, dass jeder Patient mit einer SH-bedingten Hypoglycämie bis zu 3 Tage stationär beobachtet werden soll. Der Fall zeigt ja auch eindrucksvoll, dass das Risiko tatsächlich hoch ist. Aufmerksame Angehörige haben Schlimmeres verhindern können. Aber auch eine große Verantwortung getragen.
19.10.2007
17:18:11
Goetz M.
Liebe Kollegen,
jede unklare Bewusstseinsstörung erfordert einen Messung des BZ. Wir lernen das in jedem Notfalltraining als Hauptursache einer unkl. Bewusstseinsstörung. Und trotzdem ertappe ich mich dabei, das immer wieder mal zu vergessen! Ich weiss nicht, wie man das zuverlässig verhindern kann.
Man sollte auch seine eigenen Pat. in unklarer Situation wie einen fremden Pat. im Notdienst ansehen. Vielleicht gehen wir dann fehlerärmer an die Situation und routinierter.
03.10.2007
23:21:37
Barbara L.
Dies aus dem Bauch raus auf Cipro zu schieben, sehe ich wie der Grossstadtarzt auch mit Skepsis, zumal noch erwähnt wird, dass sich die Patientin unter Cipro mehrfach unwohl gefühlt hatte. Könnte dieses Unwohlsein nicht auch in weniger Nahrungs- und damit Kohlenhydrataufnahme aufgrund des Infektes oder aufgrund der NW des Cipro begründet sein?

Abgesehen davon ist die Belassung der Pat. in der Häuslichkeit durch den Notarzt m.E. fahrlässig, da ich noch gelernt habe, dass jede schwerere Hypoglykämie, die durch Sulfonylharnostffe bedingt ist, i die Klinik gehört, da es ausgesprochen häufig zu Rezidiven kommt.
02.10.2007
20:56:23
Grossstadtar-
zt
War das eine Wechselwirkung? War es nicht eine Wirkung des Infektes auf den Zuckerhaushalt? Muss nicht jeder Infekt beim Diabetiker zu häufigem Stixen führen?

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