Aktueller Fehler des Monats
"Doppeltes Steroid-Dosieraerosol"
Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin
Die Patientin nimmt das, was sie verschrieben bekommen hat, und weiß nicht, dass sie mit Ventolair und Beclomethason ratio den identischen Wirkstoff in zwei unterschiedlichen Verpackungen nimmt - und somit überdosiert.
Uns ist nicht ganz klar, wo die beiden Medikamente verordnet wurden. In der Facharzt- und Hausarztpraxis oder beide in der Hausarztpraxis (nacheinander oder parallel?)? Daher hatten wir eine Rückfrage an den Berichtenden gestellt.
F: Hat der Patient beim Fach- oder Hausarzt ein Musterpräparat erhalten?
A: Das Muster ist wohl beim ersten Folgebesuch des Patienten in der Facharztpraxis ausgeteilt worden.
F: Wissen Sie etwas über die Kommunikation zwischen Fach- und Hausarzt, hat dem Hausarzt ein Facharztbrief vorgelegen mit der entsprechenden Verordnung des Dosieraerosols?
A: Ich habe keine Ahnung, ob ein Facharztbrief bereits in der Hausarztpraxis vorliegt.
F: Ist in der Fach- oder Hausarztpraxis die Doppelverordnung des Wirkstoffs nicht aufgefallen oder konnten diese es gar nicht wissen?
A: Die Doppelverordnung konnte in keiner Praxis auffallen, da ja auch durch die aut idem Regelung das Präparat ausgetauscht werden konnte. Lediglich eine Reichweitenberechnung, die in den wenigsten Arztpraxen stattfindet, hätte die Doppelverordnung aufgedeckt. Als dann beide Präparate auf einem Rezept auftauchten, hätte der Hausarzt darauf aufmerksam werden müssen, aber durch die einfache Bestellpraxis der Patienten ohne Arztkontakt ist die Verordnung so "durchgerutscht"
F: Wissen Sie etwas über die Informationen, die der Patient von den jeweiligen Ärzten erhalten hat?
A: Der Patient hat einen schriftl. Dosierungszettel vom Facharzt, auf dem das Ventolair und Berodual erwähnt sind.
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