Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

 
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Medikationsfehler II

Wiederholungsrezepte

"Typische" Fehler aus www.jeder-fehler-zaehlt.de
  • Patienten erhalten falsche oder veraltete Verordnungen. Grund:
    • In der Vergangenheit verordnete Medikamente werden rezeptiert, ohne zu prüfen, ob das Medikament aktuell noch indiziert ist.
    • Es fehlt ein aktueller und vollständiger Medikamentenplan.
    • Der Rezeptausdruck wird beim Unterschreiben nicht auf Fehler geprüft.
  • Die Überwachung einer Pharmakotherapie (z. B. Marcumar, MTX, Phenytoin) wird übersehen/vergessen.
  • Der Patient nimmt zu viel oder zu wenig von seiner Medikation. Folge: Medikamente werden häufiger oder seltener rezeptiert, als der Patient sie eigentlich einnehmen soll.
Tipps - aus der Praxis für die Praxis
  • Vor Ausstellung eines Wiederholungsrezeptes Kontrolle der "Laufzeit": wie lang reicht die zuletzt verschriebene Medikamentenpackung? In einigen Praxissoftware-Paketen ist dies als Funktion vorhanden.
  • Besondere Kennzeichnung von Dosisänderungen bei Dauermedikation-Verzicht auf "Dauermedikation": jedes Rezept vor Ausstellung auf Indikation, Nebenwirkungen etc. prüfen.
  • Recall-System für die Überwachung einrichten (z. B. Erinnerung an notwendige Blutabnahmen), nicht auf den Patienten allein verlassen.
Aus der Literatur
  • Wie sollen Wiederholungsrezepte ausgestellt werden?
    1. Der Patient wünscht ein erneutes Rezept. 2. Die Arzthelferin stellt das Rezept anhand einer aktuellen Liste von Dauermedikamenten aus. 3. Zu einer bestimmten Tageszeit werden die ausgestellten Rezepte von Ärztin/Arzt in Ruhe (d. h. Unterbrechungen oder Ablenkungen vermeiden) kontrolliert und unterschrieben. (Cox S et al. Qual Health Care 1999 ;119-25)
  • Dauermedikation sollte als solche explizit gekennzeichnet sein: d. h. Rezepte können dann ohne Prüfung der Indikation ausgestellt werden. Eine Prüfung der Indikation soll regelmäßig erfolgen und dokumentiert werden, wann die nächste Prüfung stattfinden muss. (Avery T et al. Informatics in Primary Care 2005;13:3-11)