Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

 
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Medikationsfehler IV

Abkürzungen und Dosierungsangaben

"Typische" Fehler aus www.jeder-fehler-zaehlt.de
Bei der Information von Patienten, in der Kommunikation im Praxisteam und auch in der Dokumentation kann es zu Verwechselungen und Missverständnissen kommen:
  1. Die Dosisangabe "ml" wird mit "mg" verwechselt. Folge: meist Unterdosierung.
  2. Die Angabe "ML" (für Messlöffel) wird mit "mg" (für Milligramm) verwechselt.
  3. Die Angabe für die Dosierung eines Saftes nur in Milliliter ist ungenau, da es das Medikament in verschiedenen Konzentrationen gibt.
  4. Bei der Übertragung von Dosisangaben wird aus 10,0 => 100 mg oder aus 100 mg => 10,0 mg, in einem anderen Fall aus 2 x ½ Tablette => 2 x 2 Tabletten.
  5. Bei mündlichen Anordnungen wird Milligramm statt Milliliter verstanden.
Tipps - aus der Praxis für die Praxis
  • Mündliche und schriftliche Anordnung von Medikamenten innerhalb der Praxis: per Laufzettel oder direkt in die elektronische Karteikarte.
  • Alternative: Ärztin/Arzt ordnet an - Arzthelferin wiederholt die Anordnung ("read back") - Ärztin/Arzt bestätigt.
  • ML (=Messlöffel) immer ausschreiben.
Aus der Literatur
  • Bei der Verordnung von Medikamenten in Tropfenform oder als Saft: Dosisangaben immer in ml und mg. Keine Ausgabe eines Rezeptes oder Medikamentes, wenn nicht die Dosis in mg und ml angegeben ist.
  • Für häufig ausgegebene Medikamente in der Praxis (z. B. Methadon): Tabelle anlegen: Wieviel mg des Medikamentes ergeben wieviel ml?
  • Nie eine ?Null' nach einem Komma schreiben (Shojania KG. CMAJ 2006;174:1258-9)
  • Grundsätzlich keine mündlichen Anordnungen für Medikamente, die Patienten in der Praxis per Injektion erhalten sollen. Ausnahme: lebensbedrohliche Notfälle (Improving the safety of telephone or verbal orders [PDF])
  • Merke: Was gesagt ist, ist noch lange nicht gehört; was gehört ist, ist noch lange nicht verstanden.