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"Postoperative Thromboseprophylaxe - wer macht´s ? II"

Fehler des Monats 09.2006


Veröffentlicht/Dokumente:   Der Hausarzt  ärztemagazin  

Reportnummer:
307
Eine Kollegin, ein Kollege berichtet von einer ihm gut bekannten Patientin unbekannten Alters:
Was ist passiert?
Patientin war nach Unterschenkelfraktur (Gehgips) an einen Freitag nachmittag aus der Klinik entlassen worden ohne Medikamente für das Wochenende. Sie forderte am darauf folgendne Montag einen Hausbesuch an, der nicht als dringlich dargestellt wurde und deswegen erst am Folgetag durchgeführt wurde.
Was war das Ergebnis?
Am Besuchstag hatte die Patientin Schmerzen und Schwellung im Bein - akute Thrombose des Unterschenkels
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
fehlende low-dose Heparinisierung, mangelnde Information der Hausarzt-Praxis
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
Bessere Zusammenarbeit von Hausarzt-Praxis und Krankenhaus
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Organisation,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
monatlich

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Bereits einmal hatten wir einen ähnlichen Fall als Fehler der Woche veröffentlicht (11.02.06). In beiden Fällen wurde von den Berichtenden geschätzt, dass dieser Fehler monatlich, also häufig, auftritt.
Ein typisches Problem des Übergangs der stationären Versorgung in die ambulante Weiterbehandlung ist die Fortsetzung der Medikation, wie auch in diesem Fall geschildert.Wir sind jetzt insbesondere an Lösungsmöglichkeiten interessiert, bei denen auch hausärztliche Praxen zur Vermeidung von dieser Art Fehler beitragen können.
Haben Sie z. B. ein standardisiertes Vorgehen, wenn der Patient aus der Klinik wieder bei Ihnen in der Praxis erscheint? Sprechen Sie bei Ihren Patienten bei geplanten Krankenhausaufnahmen das Thema der Weiterbehandlung "danach" an?

Zu diesem Fall gibt es auch einen ausführlicheren Gastkommentar. [link]



Kommentare

Hilfe
15.09.2008
20:41:54
Warum nennt hier eigentlich keiner das Kind beim Namen? Die Patientin hat einen *Geh*gips bekommen, ist also durchaus mobilisiert und kann ohne Probleme in die Praxis kommen. Wieso muss da überhaupt ein Hausbesuch stattfinden? Hausbesuche sind betriebswirtschaftlich gesehen ein Minusgeschäft vom Feinsten, und wir haben nichts Besseres zu tun, als die Bequemlichkeit der Patienten nach Kräften zu fördern.
22.07.2007
21:43:00
th
In unserem Krankenhaus werden Nacht für Nacht -zig Patienten als sog. Notfall ambulant behandelt. Da soll es nicht möglich sein, so zu entlassen, daß der Hausarzt nicht mehr Sprechstunde hat ?

Das Problem liegt aus meiner Sicht allerdings meistens wo anders: In der Bequemlichkeit. Unsere Patienten bekommen oft (praktisch immer) Medikamente für den Folgetag nach der Entlassung mit. Das funktioniert am Krankenhaus wirklich prima. Und erst wenn diese Medikamente wirklich alle aufgegessen sind, dann kommen sie in die Praxis mit dem Entlaßbericht, sie sind dann schon einen Tag zu Hause ....
11.10.2006
17:09:00
Anonymus
Es ist fraglich, ob es sich überhaupt um einen Fehler gehandelt hat.
Die Datenlage für die Heprarin-Behandlung Gips-Immobilisierter ist sehr dünn - zugleich wird oft das Risiko einer Heparin-induzierten thrombozytopenischen Thrombose (HITT-II-Syndrom) nicht berücksichtigt.

Günther Egidi
28.08.2006
19:57:00
Anonymus
Zu dem Kommentar vom 26.08.2006
Die Idee den Hausarzt vor Entlassung von dieser und der aktuellen Medikation zu informieren ist gut, habe ich auch schon erlebt. Leider auch schon mal so, daß diese Info einige Tage (wohl 2) vor Entlassung erfolgte (sehr löblich) ich für viel Geld Rp. ausgab der Pat. dann aber wegen einer verschlechterung noch lange im KH blieb und dann mit ganz anderen Medikamenten wirklich entlassen wurde.
Nebenbei bemerkt, ist meines Wissens die Verordnung eines Medikamentes auf Kassenrezept während der Zeit der stationären Behandlung ebenfalls nicht zulässig! Also doch ein unlösbares Problem - es sei denn die Pat. erhalten bis zur regulären nächsten üblichen Sprechzeit vom KH eine "Entlassungsverordnung" oder Medikanmente mit und vor allem die Entlassung am Freitag Mittag oder Sonnabend wird zum Ausnahmefall!
26.08.2006
10:41:00
Anonymus
Als Vertreter eines Krankenhauses: Sowohl das Apothekengesetz, also auch die Sektorengrenze hindern uns daran, Medikamente mitzugeben bzw. zu rezeptieren. Wir dürfen als nicht KV-Ärzte keine Kassenrezepte ausstellen, auch nicht im Rahmen "poststationärer Behandlung". Mit dem Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus ist der Vertragsarztbereich zuständig für die medizinische Versorgung einschließlich Medikamente. Eine poststationäre Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn das medizinische Personal des Krankenhauses die spezifische Krankheit/Unfall aufgrund des spezifischen Know hows und der Erfahrung über den Verlauf während des Krankenhausaufenthalt braucht, um dem Patienten eine bessere Behandlung anbieten zu können,als der Vertragsärztliche Bereich. Die Lösungen müssen also anders aussehen als "Nichteinweisungen, Druck usw." Entlassungen und zum Wochenende werden immer häufiger (auch schon vor den DRGs, da die Kassen jeden Tag der Notwendigkeit im KH hinterfragt (So hat unsere KH seit Einführung der DRGs kaum einen Rückgang der Liegezeit zu verzeichnen). Wir geben in der Regel dem Patienten Med. für die Zeit mit, die Notwendig ist, um einen Vertragsarzt zu erreichen,d.h. in der Regel für einen Tag. Was verbessert werden muss ist auf jeden Fall die frühzeitige Kommunikation über die Entlassung, so dass evtl. schon ein Rezept über z.B. Angehörige während der normalen Öffnungszeiten einer Praxis abgeholt werden kann. Am schönsten wäre es, wenn auch Krankenhäuser Rezepte und Verordnungen von Medikamenten/Heil- und Hilfsmitteln ausstellen könnten, umd den Übergang reibungsloser zu gestalten. Leider ist dies den Krankenhäusern nicht erlaubt.
20.08.2006
21:58:00
CS
Im Rahmen des sich verschärfenden Krankenhauswettbewerbes werden wohl auch die Kliniken ihr Procedere der Entlassungen überdenken müssen, wenn sie die Patienten ein weiteres mal behandeln wollen. Wir sind konsequent, sprechen den verantwortlichen Kollegen in der Klinik an und weisen in die Klinik nicht mehr ein. Vorteil in einem Ballungszentrum.
14.08.2006
18:19:00
Anonymus
Zu Kommentar 12.8.06 17.45 Uhr.Ich glaube weniger, daß sich die Patienten schämen den Wochenenddienst aufzusuchen, als daß es an den 10? liegt, die der Patient für den Notdienst nochmal extra zahlen muß.
13.08.2006
22:09:00
Odilo Schnab-
el
Das Patienten Freitag nachmittag entlassen werden und sich erst am Montag wieder vorstellen, ist leider so und hineterher . Weil die in den Krankenhäuser sagen , dann gehn Sie zum Hausarzt. Konsequenz ist für mich gewesen. Antikoagulation ist Teildes Gespräch vor OP, ev Teil der Prä OP Diagnostik.
Der Satz" Wenn aus dem Krankenhaus kommen , melden Sie sich bei mir oder meinem Vetreter, am Wochenende beim Notdienst" ist Standard geworden.
WEiteres Problem ist , was nicht Teil diese Fejhlers ist, wer ist für die Kontolle Labor bei Heparinherapie verantwortlich ?
Der Hausarzt der mitbehandelnde Teilgebietsarzt, oder ggf das Khs im Rahme Post stationär?
Da helfen nur klare Absprachen.
Aus den Land wo ich arbeite, ist das System überschaulicher, Zur Großstadt habe ich keine Idee.
12.08.2006
17:45:00
Anonymus
Warum die Patienten schämen sich am Wochenende bei den Hausarzt oder Notarzt um die Hilfe zu bitten?
26.07.2006
22:58:00
Anonymus
Der Fehler liegt auf Krankenhausseite. In Hamburg spricht es sich allmähich rum, dass man PAtienten nur mit den Tabletten fürs Wochenende, sonst für einen Tag entlässt.
Hier hilft nur rigorores Nachsetzen und sich unbeliebt-machen bei den Chefs der Krankenhäuser.
Die PAtienten vorher darauf hinzuweise ist gut und schöh, geht aber nur bei geplanten (elektiven) Aufnahmen und nicht bei PAtienten die sich selbst einwiesen, ob mit oder ohne Notdienst.
Die Internisten der Krankenäuser sind insgesamt schon ganz gut hier, die Chirurgen haltensich auch hier häufig für nicht-zuständig was MEdikamente angeht...
26.07.2006
21:31:00
W.Dörr
Die Problematik der unzureichenden medikamentösen Versorgung der Patienten bei Entlassung aus dem Krankenhaus
sehe ich in meinem Alltag ebenfalls öfter,vor allem bei Entlassung am Wochenende.Ich versuche , eine Lücke in der medikamentösen Versorgung zu vermeiden,indem ich den
Patienten bereits bei der Einweisung darauf aufmerksam mache und während des stationären Aufenthaltes die Verwanten anspreche,eine überbrückende Medikation bei Entlassung zu erreichen.Falls trotzdem hier Lücken entstehen könnten,spreche ich dies mit den Kollegen der Klinik ab.
26.07.2006
13:21:00
Anonymus
Wir fragen Patienten immer gleich nach eventl.Entlassungspapieren und ob sie Medikamente brauchen. Denke aber, da oft die Entlassung erfolgt wenn zuständiger Arzt keine Sprechstunde hat (z.B.Mittwoch oder Freitag Mittag), sollte generell vom Krankenhaus zumindest für ein Tag
die notwendigsten Medikamente mitgegeben werden.

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