Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

 
Zum Druckdialog gelangen Sie auch
über die Tastenkombination "STRG" + P.

Fehlerbericht Hauptseite

"Kein Termin"

Fehler des Monats 05.2010


Reportnummer:
534
Dieses Ereignis wird aus einer Hausarztpraxis berichtet:
Was ist passiert?
Pat verunfallte am Samstag beim Skifahren, stellt sich am Sonntag in der chirurgischen Ambulanz des Krankenhauses vor. Diagnose: Weber-C-Fraktur, es erfolgt die Planung der operativen Versorgung. Pat bekommt dort eine NMH-Spritze verabreicht und den Auftrag sich am Folgetag; also montags; beim Hausarzt vorzustellen. Ehemann ruft am Montag in der Praxis an und schildert das Problem und bittet um einen Termin. Die MFA sagt ihm, man habe an diesem Tag keine Termine mehr, seine Frau bekommt einen Termin am Dienstag vormittag in der Praxis. Beim Termin fragt der Arzt die Pat, warum sie sich denn nicht gestern vorgestellt habe - Antwort: Ich habe keinen Termin bei ihnen bekommen. Nachschauen im Terminkalender zeigt, es gab zum Ende der Sprechstunde noch mehrere freie Termin. Sofortige Teambesprechung angesetzt. Auf Nachfrage antwortet die MFA, sie wisse auch nicht warum sie keinen Termin vergeben habe!!!
Was war das Ergebnis?
Keine Folgen für die Pat. sie hat eine Thromboseprophylaxe bekommen und ist jetzt auch operiert. In der Teambesprechung nochmalige Klarstellung der Wichtigkeit einer Thromboseprophylaxe. Arbeitsrechtliche Konsequenzen für die MFA in Form einer Abmahnung.
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
Unlust der MFA, Wunsch nach pünktlichem Feierabend
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
Nein
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Kommunikation,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
erstmalig

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Eine Patientin bekommt keinen Termin, obwohl es noch freie Termine (am Ende der Sprechstunde) gibt, weil die MFA pünktlichen Feierabend haben will. Der Berichtende beobachtet bei dieser MFA generell ein sehr "Feierabend-orientiertes-Handeln", auch in anderen Situationen, was diese später wohl auch zugab.

Zu diesem Fall gibt es auch einen ausführlicheren Gastkommentar. [link]



Kommentare

Hilfe
09.07.2010
13:52:16
Das Problem bei anonymen Netzwerken ist eben, dass wirklich JEDER hier was schreiben kann. Meine Güte...
08.07.2010
12:23:08
Anonym
Also bitte was soll den dass sein wenn es am ende doch was schlimmeres war wie es auch war ist egal ob man halbe std oder 1 std später feierabend hat hauptsache man macht die richtige arbeit und man hilft die leute was ist denn das sonst für eine Arbeit.... oder wenigstens wo anderst überweisen das es an dem gleichen Tag noch geregelt wird....!!!
11.06.2010
13:30:52
Franzi
ich denke das kann jedem mal passieren manchmal wünscht man sich einfach auch mal pünktlich raus zu komm oft liegt es aber auch an den pat. weil sie einfach unverschämt sind und mein sie könn alles machen so wie sie wollen
30.05.2010
12:02:01
hdoc
Die MFA hätte dann richtig gehandelt, wenn wirklich kein Termin mehr frei ist, und absolut nichts mehr geht (solche Situationen gibt es nun einmal), auf einen anderen Arzt zu verweisen. Oft (meist) ist es aber ein Kommunikationsproblem. Auch wenn wir unsere Ordinationsmitarbeiter noch so gut geschult haben, können wir unsere Patienten wohl kaum in Kommunikation schulen. Auch im direkten Kontakt mit dem Arzt kommt es immer wieder zu Fehlinterpretationen bzw. Fehleinschätzungen in jeder Richtung. Wer von uns ist nicht schon Hals-über-Kopf zu einem vermeintlich absoluten "Notfall" gefahren, der sich dann als absolut lächerlich herausgestellt hat und umgekehrt? Auch nach vielen, vielen Jahren der Praxiserfahrung passiert das und wird auch immer passieren. Umso mehr ist es für die Ordinationshilfe schwierig, die Situation klar zu beurteilen. Wenn jedoch, wie offenbar in diesem Fall, Termine frei waren und "nur" persönliche Überlegungen der MFA zu diesem Problem geführt haben, wäre es (vor allem wenn dieses Problem offensichtlich schon länger besteht) wohl an der Zeit, sich von dieser MFA zu trennen
13.05.2010
13:17:14
Unfallchirurg
Aus dieser Fehlerbeschreibung und Kommentare wird erneut klar, dass viele Praxismitarbeiter, wie wir häufig im Klinikalltag sehen, keine bzw. erhebliche Wissensmängel und Falscheinschätzung einer Notfallsitiuation aufweisen.
Eine Fraktur ist und bleibt eine erhebliche wichtige Notfallsituation, was die Praxispersonal darüber ständig geschult werden. Nicht selten werden die häufigsten Komplikationen im Verlauf, auch trotz korrekter Versorgung auftreten.

Überhaupt kein Verständnis für (KeinTermin) bei Z.n. Fraktur !!

Was ist wenn die Patientin übernacht ein Kompatmentsyndrom oder TVT mit LE erlitten hätte, oder Druckstelle durch die Gipsschiene??also es muss sensibilisiet werden. Dass

(Notfälle brauchen keinen Termin, richtige Antwort wäre:::kommen Sie einfach vorbei)
07.05.2010
08:21:31
HausarztNord
Der Hausarzt ist nun einmal der erste Anlaufpunkt der Patienten.
Bei uns stellen sich die Patienten dann auch immer ohne Anmeldung bei akuten Problemen vor. Meine Termine sind so gestaffelt, dass ich zwischen 4-5 Terminpatienten immer einen akuten Patienten versorgen kann. Und eine Stunde vor Sprechstundenende sind keine Terminvergaben mehr vorgesehen, so dass das Wartezimmer in Ruhe abgearbeitet werden kann.

Gruß
04.05.2010
22:47:03
Arzt
Wunsch nach Feierabend ist für mich verständlich und nicht fremd. So kanns gehen, wenn das Team zu viel Angst gemacht bekommt mal den heiligen Terminplan zu stören. Aber, wie man sieht ist die Angst berechtigt, folgt doch die Abmahnung auf dem Fuß. Doch auch die Patienten scheinen hier ohne festen Termin kein Gehör zu finden und können sich gegen die gestrenge Helferin nicht durchsetzen mit dem einfachen Satz: ich brauche jetzt eine Heparinspritze und einen Termin sobald es wieder einen gibt.
04.05.2010
12:13:16
hol.mar.
Das Telefonat seitens des Patienten ist kein Zeichen dafür, alles zu komplizieren, sondern doch eher ein höflicher Versuch, mit dem "Fall" den Praxisalltag nicht zu stören.
Natürlich kann man innerhalb des Teams solche Vorkommnisse in regelmäßigen Teambesprechungen besprechen.
Wenn das allerdings regelmäßig passiert und der Grund der Terminnachfrage der MFA genannt wurde -diese nicht reagiert hat - ist dies m.E. ein klarer Grund für eine Abmahnung.
21.04.2010
13:40:10
maragp
Bei mir können solche anliegen auf dem kurzen Dienstweg zwischen Tür und angel erledigt werden. Die MFa wissen das eine Rezeptur zu 99% in Ordnung geht, bereiten alles vor und ich schau kurz drüber, dauert mit schilderung unter 1 min also soviel Zeit ist immer, ggflls dann WV bei fragen o telefonisch!
Patienten Ablehnen durch MFA geht NUR wenn klar ist es ist ein reines Gesprächsanliegen, Checkup, DMP oder so etwas. alle echten Kontakt,- oder Behandlungswünsche werden prompt befolgt, aber mit Hinweis "heute nur kurz" da dazwischengeschoben.
15.04.2010
12:01:42
Allgemeinärz-
tin
@Mel:
Holen Sie sich im akuten Krankheitsfall auch immer einen Termin??? Vielleicht noch einen Tag vorher???
14.04.2010
14:13:59
Mel
@Allgemeinärztin: Aber das kann doch der Patient nicht wissen!
14.04.2010
14:01:57
Allgemeinärz-
tin
Bei so etwas braucht es doch keinen Termin! Da erscheint man Montag früh mit dem Krankenhausbericht in die Praxis. Fertig.
Aber warum denn so einfach, wenn es auch komplizierter geht...
13.04.2010
16:13:54
Mel
Zwischen den Zeilen lese ich nicht nur den Ärger über die Terminvergabe heraus sondern mehr die persönlichen Reibereien mit der MFA, dem hier mal Luft gemacht wurde.
Keine Frage, das Verhalten der MFA war nicht im Sinne des Patienten und der Praxis.
Aber würden nicht klare Absprache wie bei der Terminvergabe vorgegangen werden soll (siehe auch vorherige Kommentare, Wie handeln wenn tatsächlch keine Termine mehr frei sind? Wie erkennt man wirklich dringliche Termine? Und wie erkennt man einen Notfall schon am Telefon?) mehr Helfen als eine Abmahung?
13.04.2010
13:06:05
Ich
Die Frage ist ja auch, sagen die Patienten am Telefon immer, um was es geht bzw. fragt die MFA nach?
Bei uns ist es z. B. so, dass zwischen 11 und 12 Uhr grundsätzlich jeder kommen kann, ohne Termin, also auch von den Leuten genutzt werden, die eben keinen Termin mehr bekommen haben (weil keiner mehr frei war), Notfälle natürlich jederzeit, ohne Termin versteht sich!
Aber ich hatte auch schon öfter Kandidaten am Telefon, die ganz easy meinten, sie bräuchten "mal wieder" einen Termin. Auf die Frage, um was es geht (einfach um die Dringlichkeit oder die Zeit, die benötigt wird, zu hinterfragen), kommt öfter die Antwort, ach, das sag ich dann dem Doktor. Und nicht nur einmal stellte sich dann heraus, dass es schon dringend ist und nicht warten sollte.

Und in diesem speziellen Fall - ja, ich denke, das gesamte Terminmanagement (aber nicht nur hier) sollte öfter mal unter die Lupe genommen werden.
12.04.2010
18:36:38
anonym
Was wäre gewesen, wenn es tatsächlich keinen freien Termin mehr gegeben hätte? Hätte die MFA dann korrekt gehandelt? Andererseits: Es gibt unzählige Patienten, die einen Termn anfragen, bei denen es aus medizinischen Gründen wirklich nicht auf ein paar Tage ankommt. Kann und darf eine MFA von ihrer Ausbildung her hier tatsächlich entscheiden, wer (noch heute) zum Arzt kommt und wer nicht ???

Dieser Fall ist viel mehr als das individuelle Fehlverhalten einer MFA. Er stellt potentiell das ganze Terminmanagement einer (Hausarzt-)Praxis in Frage! Denn es gibt ja nicht nur "dringende Thromboseprophylaxen". Es gibt Menschen mit "Schulter- oder Rückenschmerzen", die sich als Herzinfarkt herausstellen, "Bauchschmerzen" durch eine Verstopfung oder eben eine Blinddarmentzündung und "keine Luft mehr kriegen" wegen eines Asthmaanfalls oder "nur" einer verstopften Schnupfennase ...

Ihr Kommentar:


Name:
Kommentar: