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"Rezidivierende Otitis media"

Reportnummer:
540
Dieses Ereignis wird aus einer Hausarztpraxis berichtet:
Was ist passiert?
11-jähriges Mädchen, rez. Otitis media, vor mir bereits bei 3 HNO Ärzten gewesen, dann zu mir. Ich habe einen Abstrich gemacht, gemäß Antibiogramm therapiert, kurzzeitig gebessert, dann Rezidiv. Empfehlung an die Eltern gegeben, dass bitte nochmals ein (4.) HNO-Arzt aufgesucht werden sollte, weil ich mir den Vorgang nicht erklären kann. Dieser 4. HNO Arzt sah dann sofort eine Cholesteatom, was natürlich zu einer erheblichen Beunruhigung der Eltern führte, gleichzeitig dann Vorwurf an mich (FA Allgemeinmedizin), ich hätte es sehen müssen.
Was war das Ergebnis?
OP des Kindes ist unvermeidbar
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
Zur Voruntersuchung der HNO-Ärzte kann ich nichts sagen, da die Eltern jeweils ohne Überweisung dort waren, ich habe bei der Inspektion mittels Otoskop den Befund nicht sehen können bei massiver, rez Vereiterung. Vielleicht hätte ein vorheriges Absaugen ein besseres BIld ergeben, habe mich aber auf die HNO-ärztliche Untersuchung verlassen (war es da schon sichtbar???).
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
denke nicht
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Ausrüstung,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
erstmalig

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Drei HNO-Ärzte übersehen (scheinbar) bei einem Kind mit rezidivierender Otitis media ein Cholesteatom. Der Hausarzt empfiehlt bei Nichtansprechen der Antibiose die neuerliche HNO-ärztliche Vorstellung, die dann letztlich zur Diagnose führt. Die Eltern werfen dann dem Hausarzt die verspätete Diagnose vor.
Wie beurteilen Sie den Bericht?
Und unabhängig davon, ob hier etwas übersehen wurde oder nicht: Wie gehen Sie mit (unberechtigten oder auch berechtigten) Vorwürfen von Patienten um? Auch unbefriedigende Behandlungsergebnisse führen gelegentlich zu Vorwürfen seitens der Patienten.

Zu diesem Fall gibt es auch einen ausführlicheren Gastkommentar. [link]



Kommentare

Hilfe
13.03.2015
18:52:08
-r.
@mein_Bericht:
Eines verstehe ich nicht: wieso wurde auch der 4. HNO-Arzt ohne Überweisung aufgesucht?
Wenn ich möchte, daß das Kind beim HNO-Arzt vorgestellt wird dann stelle ich eine Überweisung aus, mit Fragestellung und auch Hinweisen zur Vorgeschichte.
26.08.2010
22:17:07
Frankg
Manche Cholesteatome erkennt man nicht im CT
12.05.2010
16:19:58
mein Bericht
Es kam jetzt noch ganz anders. Auf Veranlassung des dann 4.HNO Arztes (der wieder ohne Überweisung aufgesucht worden ist) wurde ein CT durchgeführt. Vorher kamen nochmals Kommentare ( so etwas gibt es nur noch im Osten, habe nur einen Patientan aus Nigeria, so etwas darf es hier nicht mehr geben). Heute nun ist das Lachen auf meiner Seite: Die Radiologen liegen lachend in der Ecke (ich auch), mein kleiner Patient hat NICHTS! Man sieht das wieder mal eine Otitis media abgelaufen ist, Gehörknöcheln etc. , Mastoid alles bestens, nicht mal der Hauch einer Destruktion!!!! Reaktion der Eltern: zu mir sehr lieb (sind befreundet), Reaktion des HNO: Der Junge hat Knochenfraß, dann eben woanders, der muß auf jeden Fall operiert werden(?????), ob hier wohl irgendjemand eine kleine Neurose auslebt?
12.05.2010
08:50:46
Allgemeinärz-
tin
Da sieht man wieder mal, für was man alles herhalten muss...

Unberechtigte Vorwürfe von Patienten kommen vor. Natürlich sollte man versuchen, das richtigzustellen. Gelingt aber nicht immer. Dann hat es möglicherweise auch etwas mit der Persönlichkeit(sstörung) des Patienten zu tun.
11.05.2010
21:41:41
nasebi
Vorwürfe sollten, wenn überhaupt, den vorher behandelnden Fachärzten gemacht werden - wenn es denn vorher schon sichtbar gewesen sein sollte. Der Hausarzt hat m.E. sehr verantwortungsvoll gehandelt, indem er eine weitere Abklärung dringend empfohlen hat!
Die Eltern müssten sich allerdings auch die Frage stellen lassen, warum sie zu vier verschiedenen Ärzten gingen, ohne dass Rücksprache zwischen den einzelnen möglich war - wie soll da ein komplizierter Verlauf auffallen? Man (be-)handelt doch oft anch dem Motto "wir versuchen das, und wenn"s nicht hilft, müssen wir die Diagnose überprüfen und evtl. weiter Diagnostik anleiern" - wenn die Pat. dann gleich zum nächsten gehen, wird es eben weiter verschleppt...

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