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"Thromboseprophylaxe"

Reportnummer:
549
Dieses Ereignis wird aus einer Hausarztpraxis berichtet:
Was ist passiert?
Patientin stellt sich mit V.a. Thrombose vor. Sie beklagt Schmerzen im li. Knie und Unterschenkel.
Klin. handelte es sich um eine exacerbierte Gonarthrose. Der veranlasste D-Dimer Test (bed-side) war negativ. Es erfolgte eine Beratung und Empfehlung von Diclofenac-Gel.
Was war das Ergebnis?
Nach drei Wochen erhielten wir die Info, dass die Patienten mit Lungenembolie stationär liegt.
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
Ausschluß einer Erkrankung. Versäumt wurde das (erkannte!) Risiko zu behandeln, indem Heparin verordnet wurde.
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
Erhöhte Aufmerksamkeit.
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Ausbildung und Training, Programmiertes Vorgehen,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
monatlich

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Die Thromboseprophylaxe war schon häufig ein Thema für Fehlerberichte. Hier stellt sich die Patientin mit V.a. Thrombose vor. Der Kollege bestimmt die D-Dimere (negativ), stellt die Diagnose einer Gonarthrose und entlässt die Patientin. Gehen wir wegen der negativen D-Dimere davon aus, dass die Patientin zu diesem Zeitpunkt noch keine Thrombose hatte, dann entwickelte sie (möglicherweise unter der Schonung) dann doch eine Thrombose, die zur Lungenembolie führt.
Wann stellen Sie die Indikation zur Thromboseprophylaxe?





Kommentare

Hilfe
31.01.2019
06:32:48
Pädiater
Korrektur des unten stehenden Beitrags: Größer/Kleiner-Zeichen werden nicht von Website übertragen. Es muss heißen:

Ist der Wert kleiner 2....... D-Dimere bestimmen

Ist der Wert größer 2 oder 2...... Sonographie der Venen
31.01.2019
06:29:13
Pädiater
Hier fehlen wichtige klinische Angaben. Well"s Score Wert?

Ist der Wert 2, D-Dimere bestimmen. Bei negativen Ergebnis ist keine weitere Diagnostik erforderlich.

Ist der Wert 2 oder 2, dürfen keine D-Dimere bestimmt werden!

Es ist dann eine Sonographie der Venen oder Phlebographie indiziert, wobei die standarditisierte, von eine erfahrenen Untersucher (!) durchgeführte Sonographe vorzuziehen ist. In unklaren sonographischen Fällen ist eine Phlebographie empfehlenswert.
31.03.2015
13:30:37
TS
Hatte bei einer Praxisvertretung 2 Patientinnen mit Verdacht auf DVT.
Bei einer- Diagnosestellung vom Radiologen war Femurkopf Atrose.
Hier war der D-Dimer positiv!! Also immer den Patienten auch koerperlich untersuchen und nicht nur Roentgen. Ist hier anscheinend nicht passiert. Varizen und Haut darueber stark erwaermt.
Die 2te Patienten, aehnliche symptomatik, war gerade noch D-dimer negativ, Laborprobe ist hier genauer, wie bedside Test- aber klinisch mit Verdacht auf Thrombophebitis.
Hier wuerde ich jetzt engmaschiger kontrollieren.... und dann ggf. med. Therapie einleiten.
28.09.2010
23:38:03
ich
Auch ich kann hier keinen Fehler erkennen. Möglicherweise lag bei der ersten Untersuchung noch keine Thrombose vor oder, diese Möglichkeit besteht ja auch noch, können die D-Dimere auch einmal falsch negativ sein.

zu Pirxel: ich bin der Meinung, dass "die meisten Ärzte" immer noch eine gute Arbeit zum Wohle ihrer Pat. leisten und insbesondere Hausärzte/innen sich sehr für ihre Pat. engagieren. Die "Sorge um sich selbst" spielt aus meiner Erfahrung und der Erfahrung in diversen QZs eher eine untergeordnete Rolle und ist m. E. auch nicht die Diskussionsgrundlage für diesen Bericht. Hier geht es doch eher darum wann wer die Indikation zur Thromboseprophylaxe stellt.
28.09.2010
22:16:17
Pirxel
Die meisten Ärzte handeln nur noch aus Sorge um sich selbst !

Der Buisenesstag ist wichtiger.
27.06.2010
17:18:07
unfallchirurg
Ich kann hier keinen fehler feststellen - es fehlt auch der Anscheinsbeweis, dass bei der Vorstellung eine Thrombose bestanden hat - wir wissen alle wie wenig verlässlich die Klinik ist - es steht in keinem Befund Thrombose vom ....
Der Arzt hat seine Sorgfaltspflicht erfüllt. Interessant wäre, ob aus juristischer Sicht die Beweisumkehr zum Tragen kommt oder der Patient beweisen muß, dass er zum Untersuchungszeitpunkt schon eine Thrombose hatte.
14.06.2010
10:31:50
Allgemeinärz-
tin
Viele von Ärzten verordnete medizinische Maßnahmen geschehen nicht aus Sorge um den Patienten, sondern aus Sorge um sich selbst. Die Patienten werden halt klagefreudiger.
14.06.2010
10:29:39
Allgemeinärz-
tin
Bei einer aktivierten Arthrose Thromboseprophylaxe?? Also ehrlich, irgendwann hört"s doch mal auf.
Was war denn im vorliegenden Fall das (erkannte) Risiko??? Die vorübergehende Schonung? Das ist kein Fall für eine Thromboseprophylaxe.
Und wenn jemand den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt, muss er dann auch Thromboseprophylaxe bekommen?
11.06.2010
14:42:58
Janosch
Bei erfolgter klinischer Untersuchung, sorgfältiger Diagnoseabwägung und Absicherung der Diagnose durch Thrmboseausschluss mittels D-Dimeren, kann ich hier keine ärztliche Fehlbehandlung erkennen.
Eine Thromboseprophylaxe bei Distorsionen / Prellungen verordne ich nur bei entsprechenden weiteren Risikofaktoren (Hyperlipidämie/Adipositas/Z.n.Thromboembolie), in manchen Fällen gab es dafür aber auch Kritik von Kollegen, die dieses als übervorsichtig erachten...

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