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"Ein Klinikentlassungsbrief mit Fehlern"

Reportnummer:
611
Diesen Bericht erhielten wir aus einer Praxis.
Was ist passiert?
Nach Klinikentlassung (stationärer Aufenthalt zur Einstellung auf neue Medikation), enthielt der Arztbrief einer Patientin mehrere eindeutige Fehler in der Anamnese.
Zum Teil waren sie harmloser Natur, wie die Bemerkung, sie sei vom Typ her eher blass, obwohl sie durch ihr sportlich gesundes Aussehen auffällt.
Es war auch ein offensichtlich falsches Körpergewicht angegeben: Statt 72 Kilogramm waren es 97 Kilogramm (Bei der Dosisberechnung der Medikation unterlief allerdings kein Fehler).
Ein dort aufgeführter früher Schwangerschaftsabbruch hatte nie stattgefunden.
Angeblich sei sie aber auch zeitlich, örtlich und situativ unzureichend orientiert gewesen. Im nächsten Absatz wurde dann allerdings das überdurchschnittlich hohe Bildungsniveau der Patientin angesprochen.
Was war das Ergebnis?
Die Patientin selbst bat bereits in der Klinik um eine Korrektur, des Arztbriefes, worauf man sie mit dem Hinweis abwies, alles sei korrekt vermerkt worden. Ich musste selbst intervenieren, sodass nach acht Wochen ein korrigierter Arztbrief verfasst wurde.
Nur weil mir die Patientin vertraut ist, waren die Fehler für mich offensichtlich.
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
Die Assistenzärztin, die die Anamnese übernommen hatte, und später den Arztbrief formulierte, war vermutlich im Stress gewesen. Eventuell waren ihre eigenen Notizen später für sie missverständlich.
Der unterzeichnende Chefarzt übernahm ungeprüft die Angaben, obwohl er die Patientin selbst gesehen und sich von ihrem optimalen Geisteszustand überzeugt hatte.
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
Auch im Klinikstress sollte man sich etwas mehr Zeit und Ruhe für Patienten nehmen.
Beschwerden von Patienten über fehlerhafte Arztbriefe ernst nehmen.
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Ausbildung und Training,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
jährlich

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Klinik- Entlassungsbriefen, (oder auch anderen Befundberichten), die Fehler enthalten?
Machen Sie die Klinikkollegen resp. deren Vorgesetzte bzw. die niedergelassenen KollegInnen darauf aufmerksam und fordern Sie einen korrigierten Arztbrief ein?



Kommentare

Hilfe
20.07.2019
11:15:29
KaaDee, Pati-
ent
Ich war an insgesamt 3 Tagen jeweils tagesstationär zur Abklärung / Ursachenklärung eines neurologischen Krankheitsbildes in einer renommierten Klinik. Schon während der diversen Konsile war überall der Zeitdruck zu spüren, unter dem Ärzte und Mitarbeiter standen. Im Abschlussgespräch musste ich schon einen gravierenden Fehler in der Eigenanamnese korrigieren, obwohl ich im Vorfeld eine exakte tabellarische Schilderung des Krankheitsverlaufes der leitenden Ärztin zur Verfügung gestellt hatte. Auch das Abschlussgespräch verlief unter massivem Zeitdruck und für mich zwei wichtge Fragen konnte ich schon gar nicht mehr stellen. Mit einem neuen Medikament in der Hand kehrte ich nach Hause zurück. Drei Tage später kam dann der Entlassbrief. Schon die Rechtschreibung eine Katastrophe, bei einigen Sätzern muss man sich wegen fehlender Worte den Sinn zusammenreimen. Das schlimmste aber: Wiederum Fehler in der Anamnese mit Beschwerden, die ich gar nicht habe. Frühere Befunde sind nicht erwähnt, obwohl sie zur Beurteilung einer möglichen Ursache wichtig wären. Durch die Fehler möglicherweise auch falsche Beurteilung und, was noch schlimmer ist, möglicherweise falsche Medikation. Nach Beschwerde kam die Antwort des Chefarztes, der Bericht sei bereits abgespeichert und könne nicht mehr geändert werden. Den einweisenden Arzt habe ich unter Hinweis auf die Fehler gebeten, den Bericht zu ignorieren, eine Weitergabe an Dritte habe ich untersagt. Das neue Medikament werde ich vorerst nicht nehmen.
25.06.2019
15:51:44
Klaus
Hallo

Im Kurzbrief und Entlassungsbrief stehen unterschiedliche Diagnosen.
Wie formuliere ich einen Brief an die Klinik am besten mit bitte um Prüfung?

Beste Grüße
Klaus
27.11.2016
22:14:29
gast
QM des Krankenhauses? bei uns sind die für solche Beschwerden der Ansprechpartner und leiten dann intern weiter, bleiben aber im Kontakt mit demjenigen, der sich beschwert.
23.11.2016
12:32:45
Team "jeder--
fehler-zaehl-
t.de"
Sehr geehrte Frau Lehmann,

Sie suchen "jetzt die Stelle, wo ich mich beschweren kann, denn innerhalb des Krankenhauses hatte ich keinerlei Erfolg damit."

Wir würden empfehlen, sich an die zuständige Sachbearbeiterin / den zuständigen Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse zu wenden und Ihren Fall dort vorzutragen.

Ihr Team "jeder-fehler-zaehlt.de"
22.11.2016
18:09:03
Sofie Lehmann
Heute, heute hatte ich solch ein Erlebnis.
Am besten schreibe ich konkret, damit verständlich wird, was mich so erbost. Lassen sie mich zuvor in die jüngere Vergangenheit abschweife, den Juni diesen Jahres, wo ich in einem Krankenhaus trotz Fieber, Schmerzen, Divertikulitisvorgeschichte, nicht wieder aufgenommen wurde, Mittags waren die Blutwerte noch ok, am nächsten Tag,als ich in die Chriurgie kam, nicht mehr.
Aber nun zu heute:
Ich habe eine Vorgeschichte mit 30 Jahren Angstzustände, die 1972 anfingen und bis 2002 dauerten, da bekam ich sie in den Griff. Vorher konnte ich Tag für Tag nicht alleine das Haus verlassen, sporadische Zeit in der es ging in den 30 Jahren,hochgegriffen 3 Jahre.
D.h., seit 14 Jahren ist die Angst weg und muss natürlich demzufolge auch nciht behandelt werden.
Es war eine Neurologin, die meine Geschichte wohl für sich interpretierte und nicht zuhörte.
In dem Brief stand dann, dass seit 30 Jahren Angstzustände bekannt seien mit depressiven Episoden, im Moment wären sie aber nicht da und ich bräuchte momentan keine Behandlung.
Für mich liegen zwischen den beiden Aussagen Welten. Die Angstzustände sind definitiv weg und nicht nur momentan, sondern seit 14 Jahren.
Trotzdem weigerte sich die Ärztin den Brief zu ändern, für sie sei es das gleiche, es stünde ja dort, dass z.Z. keine Behandlung stattfinden muss.
Solche Ärzte, die ignorant sind, nicht auf die Patienten hören, nenne ich, wie in diesem Fall, kompetenzneurotische Schubladenverwalter.
Klar, ich bin wütend und ich suche jetzt die Stelle, wo ich mich beschweren kann, denn innerhalb des Krankenhauses hatte ich keinerlei Erfolg damit.
31.05.2016
16:43:10
Brigitte März
Als MFA habe ich jahrzehnte Arztbriefe geschrieben, damals war Zeit zur Korrektur bzw. Ergänzen. Heute: Pat. aus der Familie wird entlassen:
-Aufgrund laxer Handhabung von Textbaustein den Name des aktuellen Pat. inkl. Geburtsdatum vom Vorgänger übernommen auf der 2. Seite des Entlassbriefes.
-Einfachste Fachausdrücke falsch geschrieben ( Laie ?)
-Medikamentenliste ungenau bzw. falsch.

Schade, ich habe es korrigieren können und dem Hausarzt mit den Anmerkungen abgegeben.

Besser aufpassen und kontrollieren!
24.05.2016
16:06:22
Patient
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich nach einer Reha. Der Bericht ging meinem Hausarzt zu. Wir besprachen das und dabei fiel auf, dass einiges nicht übereinstimmte. Er gab mir die Bögen einfach zum Lesen. Den aufgedruckten Hinweis "nicht zur Kenntnis des Patienten" konnte ich nach dem Lesen nachvollziehen. Denn wenn ich solch einen Schmarrn abgeliefert hätte, würde ich auch nicht wollen, dass es der Betreffende liest. Es begann mit harmlosen Fehlern wie der Brille. Ich habe minus 6 Dioptrien auf beiden Augen, ich trage seit Jahrzehnten Brille und auch oft Kontaktlinsen. Beim Aufnahmegespräch trug ich Linsen, daher rührt wohl die Notiz "keine Sehhilfe". Ich kann mich aber an die Frage erinnern und an meine Antwort, dass ich sowohl Linsen als auch Brille trage. Im Aufnahmegespräch kam natürlich auch mein Lebenslauf zur Sprache. Ich erinnere mich, dass ich den Eindruck hatte, die Ärztin versteht mich nicht immer richtig (keine Muttersprachlerin, Akzent klang russisch). Ich bot englisch oder französisch an, russisch beherrsche ich nur bedingt alltagstauglich. Das wurde brüsk abgelehnt. Ich fand dann aber in der Zusammenfassung einen Beruf, den es nicht gibt und die zusammenhanglose Erwähnung einer Arbeitsstelle in Unna. Ich war mein Lebtag noch nicht in Unna, noch habe ich dort gearbeitet. Selbst wenn, was machen zusammenhanglose drei Jahre ohne weiteren Kommentar in einer Berufslaufbahn von fast dreißig Jahren? Dergleichen Ungenauigkeiten häuften sich. Das krasseste war aber, dass die massive allergische Reaktion auf ein Antibiotikum, das ich aufgrund einer akuten eitrigen Halsentzündung in der Reha erhielt, schlicht nicht erwähnt wurde. Die ganze Sache, für mich von erheblicher Bedeutung, weil mein Zustand streckenweise durchaus kritisch war - im Bericht mit keiner Silbe erwähnt. Das paßt allerdings nahtlos zur ärztlichen Versorgung während dieser Zeit. Ich war eines nachts kurz davor, den Rettungsdienst zu rufen und mich ins nächste Krankenhaus bringen zu lassen, da meine Hände unförmig ballonartig angeschwollen waren, extrem schmerzten und gefühllos wurden. Die daraufhin vom Nachtdienst nach Diskussion und telefonischer Rücksprache mit einem Bereitschaftsarzt verabreichte Medikation kassierte der Chef am nächsten Morgen wieder ein. Info an mich Fehlanzeige. Schmerzmittel gab es nicht, aber darum kümmerte ich mich in der nächsten Apotheke selbst. Bis zur Abreise blieb die Betreuung sehr mau und meilenweit an den Problemen vorbei. Der Chef erzählte mir, mein Puls sei prima. Schön, daran hatte ich auch keine Zweifel, mich interessierten meine schmerzenden, geschwollenen Hände. Ohne Hilfe von Mitpatienten hätte ich es nicht geschafft, meine Koffer zu packen. Die Heimreise stellte mich ebenfalls vor Probleme - selbst fahren war unmöglich. Das Bahnreise mit dem Gepäck auch nicht funktioniert, wenn man nichts greifen und halten kann, interessierte nicht weiter. Ich rief schließlich Freunde an. Die kamen - eine Anfahrt für sie über 500 km - und brachten mich samt meinem Auto nach Hause. Mein Hausarzt meinte nach einem Blick auf meine Hände nur "schickes Kompartmentsyndrom".
08.12.2014
16:54:12
Schreibkraft
Arztberichte müssen kurz und knackig sein, endlose Litaneien über Kinderkrankheiten beim Rentner interessieren keinen Arzt. Da auch viele Schreibkräfte im KH mittlerweile unter Burnout leiden wg. der Überlastung, muss da dringend was geschehen (sorry aber die armen Patienten interessieren mich da weniger als meine Berufsgruppe)!
28.09.2014
17:43:39
nasowas
Fehler in Arztbriefen sind eher an der Tagesordnung als die Ausnahme. Manche relativieren sich selbst (wenn jemand mit einem BMI von 18 als "adipös" tituliert wird beispielsweise). Dass Größe und Gewicht nicht stimmen ist schon fast ein Klassiker und mir schon oft passiert. Es mag unwichtig erscheinen, aber wenn ich diese Unterlagen dann beim Sozialamt vorlegen muss für meinen Zuschuss kostenaufwändige Ernährung, spielt es schon eine Rolle, ob mein korrektes Gewicht angegeben wurde.

Teilweise stehen nicht stattgefundene Untersuchungen drin (mit der Lunge wäre alles in Ordnung, ja sie war ja auch nicht untersucht worden) und der nächste Arzt sagt dann: aber vor ein paar Monaten, da war ja noch alles in Ordnung... steht ja in dem Brief und was in dem Brief steht ist unheimlich wichtig und garantiert immer richtig. Es stehen Symptome drin die man nie hatte, die aber zur Erkrankung passen, die Anamnese ist falsch ... ich habe kaum einen Brief in dem alles korrekt ist. Bei schwerwiegenden Fehlern lasse ich nachbessern, nur leider wird der erste, fehlerhafte Brief meistens dennoch verschickt bzw. bleibt die falsche Version anscheinend weiterhin im Computer und wird dann anfordernden Ärzten rausgegeben. So geschehen vor einigen Wochen als ich in der Klinik war und einige Vorbefunde angefordert wurden- als Patient weiß man dann nicht, was genau gefaxt wurde und wundert sich, wenn der Arzt von völlig falschen Ausgangspunkten ausgeht. Wenn man Glück hat, hat der Arzt genug Zeit und findet einen glaubhaft genug, um die falschen Informationen aus der Welt zu schaffen. Wenn man Pech hat, wird der ganze Mist dann für den folgenden Arztbrief abgeschrieben und was zweimal drin steht stimmt ja um so mehr.

Ich verstehe schon, dass solche Briefe oft unter viel Zeitdruck und Ablenkung und oft von sehr müden Ärzten verfasst werden. Dennoch sind sie wichtig, denn die nachbehandelnden Kollegen bauen darauf ihre Therapie auf, Ärzte, die den Patienten noch nicht kennen, machen sich aufgrund von Arztbriefen ein Bild und Begutachtungen erfolgen nicht selten nach Aktenlage. Es ist wichtig, dass Arztbriefe stimmen und deshalb sollte da genauso sorgfältig gearbeitet werden wie sonst. Ein sorgfältiger Arztbrief fängt viel früher an- bei einem sorgfältigen zuhören und mitschreiben während der Anamnese (dann muss man später auch nicht raten, welche Symptome der Patient genannt haben könnte). Und er endet bei einer Kontrolle des Geschriebenen. Damit würden viele Fehler schon behoben sein. Es mag besonders peinlich sein, wenn viele offensichtliche Fehler im Brief stehen. Gefährlich sind aber die nicht offensichtlichen Fehler!
23.05.2012
21:10:56
Cara
****Es ist sehr peinlich, wenn so viele offensichtlich falsche Angaben im Brief stehen!****

Es ist nicht nur sehr peinlich, sondern kann auch lebensgefährlich sein! Verwechslung von Diabetes mellitus mit Diabetes insipidus z.B. Oder bei der Frage des Sanitäters: wie ist die Diagnose? Antwort: "Zentrale Pontine Myelinolyse". Das hat er in seinem Computer nicht gefunden und einfach ein "Multiples Myelom" eingetragen!!!!!! Ich habe das dann zufällig auf der Rechnung des RK gelesen und sofort ersucht, das zu LÖSCHEN. Nicht auszudenken, wenn mein Mann in eine Klinik eingeliefert wird... Es stehen einem manchmal wirklich die Haare zu Berge, mit welcher Nonchalance da mit Patienten umgegangen wird.....
27.10.2011
13:31:19
anonym
Während eines stat. Aufenthaltes in einem KH sollte ich mich (Patientin) zur Röntgenabteilung begeben. Dort war das Wartezimmer voll und es herrschte Hektik und Zeitdruck. Ich wurde schließlich aufgerufen und so wollte ich mein T-Shirt ausziehen. Dabei rief die Arzthelferin mir zu, ich möge mich bitte beeilen (Fließbandabfertigung!) Sie sagte zu meinem Erstaunen ich könnte mein T-Shirt einfach anbehalten, denn das Röntgen ginge auch so. Also stellte ich mich mit T-Shirt in in die vorgegebener Position. Später bekam mein Hausarzt den Röntgenbefund zu lesen. Darin wurden "undefinierbare Implantate" in der Mamma (Brust) aufgeführt. Während eines Termins bei meinem Hausarzt sprach dieser mich daraufhin an, ob ich irgendwann einmal eine Brust-Op gehabt hätte?
Was ich mit erneutem Erstaunen verneinte. Als er mir die Röntgenbilder zeigte und den Befundbericht wurde mir der Zusammenhang klar. Das T-Shirt das ich während des damaligen röntgen trug, bzw. anbehalten sollte, hatte auf der Vorderseite eine Schrift aus Similiesteinchen. ...das waren meine "Brust-Implantate!"
Dieser Vorfall geschah in der Hektik eines Krankenhauses. Kaum zu glauben-aber wahr!
03.07.2011
20:56:19
anonym
@esra rishona:
lustig :-) Ich hatte bei MS in Verbindung mit Anorexia eher an Magensonde gedacht!
21.06.2011
16:19:44
Esra Rishona
Mir stoßen in Arztbriefen wenig eindeutige Abkürzungen auf, die schon mal missverständlich werden können.

Eine Psychiaterin berichtete über eine Patientin, die sie hinsichtlich einer Anorexia nervosa therapierte. In ihrem Bericht stieß ich auf das Kürzel ?MS?, was mich nicht wenig irritierte, denn es war mir vollkommen unbekannt, dass bei der Patientin im Vorfeld auch eine Multiple Sklerose diagnostiziert worden war.
Eine Magersucht mit ?MS? abzukürzen halte ich für durchaus irreführend.
21.06.2011
15:49:23
M.D.
Sehr ärgerlich ist es auch, wenn fehlerhafte Entlassungsberichte zwar nach Reklamation des Patienten nachträglich korrigiert wurden, die ersten inkorrekten Fassungen jedoch weiterhin im Klinikcomputer verbleiben.

Da werden dann aus Unachtsamkeit die offensichtlich falschen Daten an Versorgungsamt, Rentenversicherung, oder ärztlichen Dienst der Agentur für Arbeit weitergereicht. Darauf basierende Gutachten nach Aktenlage erweisen sich nicht selten zum Nachteil des Patienten. Berichtigungen sind nur noch durch Widerspruch möglich, was sich naturgemäß als zeitaufwendig erweist. Folge: Eine zusätzliche zermürbende (auch finanzielle) Belastung des Patienten.
21.06.2011
09:04:20
Allgemeinärz-
tin
Ich habe in meiner Gutachtentätigkeit sehr oft mit fehlerhaften Entlassungsbriefen zu tun. Diesbezüglich fallen mir immer wieder die Reha- Entlassungsberichte negativ auf. Da scheint niemand Korrektur zu lesen (wahrscheinlich auch wegen des Umfangs...). Schlecht ist es allemal für die Patienten, wenn Falsches drinsteht und sie dann viel Mühsal auf sich nehmen müssen, um das richtiggestellt zu bekommen.
20.06.2011
22:23:22
Landei
Fehlerhafte Arztbriefe gehören wohl zum medizinischen Alltag, im Klinikalltag werden sie oft noch spät nachts formuliert.
Besonders Zahlendreher treten gern auf.
Biographische Daten sind oft nicht korrekt.
Seriöse Vorerkrankungen bleiben unerwähnt.
Die Körperseite der behandelten Extremität wird auch schon einmal verwechselt.
Häufig fehlen vollständige Angaben zur stationär erfolgten Medikation.
Gelegentlich fehlt eine Seite des Briefes.

Der Gipfel war eine offensichtlich wörtlich abgeschriebene Auflistung von Diagnosen und erfolgten Therapien aus einem Befundbericht eines anderen Patienten.

Wir haben uns auch schon gefragt, wie der Autor eines Arztbriefes ohne Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung sein Abitur geschafft hat und ob der anschließend unterzeichnende Stationsarzt (mit eindeutig deutschem Familiennamen) den schreibfehlergespickten Text tatsächlich durchgelesen hat. Sollte ein Akademiker nicht die Grundregeln der deutschen Sprache beherrschen?
Aber sogar fehlende Arztunterschriften kamen vor.

Wie halten Sie es eigentlich mit dem Übersenden von Arztbriefen per Fax an Ihre Praxis? Wir haben wir es uns verbeten, zu leicht geraten persönliche Daten an die falsche Adresse. Bei einigen Klinikkollegen stieß unsere Haltung allerdings auf Unverständnis.
02.06.2011
19:36:19
musicdoc
Es spricht eher für eine Verwechselung von Patienten. Auch das kommt vor, wenn Ärzte häufig die Station wechseln wegen sog. flexibler Arbeitszeiten z. B. Der Brief wird dann diktiert, und vor dem inneren Auge steht ein ganz anderer Patient. Gewissenhaftigkeit reicht heute manchmal nicht mehr aus, die Häufung der Arbeit für den einzelnen bringt mitunter groteske Ergebnisse. Tatsächlich muss ein Brief immer gründlich gegengelesen werden. Es ist sehr peinlich, wenn so viele offensichtlich falsche Angaben im Brief stehen!

Ihr Kommentar:


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