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"Kontrolltermin nicht eingehalten"

Reportnummer:
890
Was ist passiert?
Patient mit u.a. Diabetes mellitus und Antikoagulation, der regelmäßig zur Blutkontrolle kommt, hat seit einem Jahr keinen HbA1c mehr bestimmt bekommen.
Was war das Ergebnis?
Unklarheit über Status der Blutwerte.
Mögliche Gründe, die zu dem Ereignis geführt haben können?
Patient kommt der Aufforderung einen Termin auszumachen nicht nach.
Patient nicht im Recall für DMP gespeichert.
Welche Maßnahmen wurden aufgrund dieses Ereignisses getroffen oder planen Sie zu ergreifen?
Bei der nächsten Blutabnahme zur Marcumarkontrolle wird auch die Diabetes Kontrolle gemacht und ein Sprechstundentermin zur Diabetes Kontrolle im Anschluss wurde vereinbart.
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Aufgabenverteilung,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
jährlich

Zusätzliche Informationen



Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Wie ereichen Sie, dass Ihre PatientInnen die geplanten Kontrolltermine (HbA1c, INR-Messung, Impfungen ...) einhalten?

Wie erinnern Sie den Patienten und was machen Sie, wenn er nicht zum vereinbarten Kontrolltermin erscheint?





Kommentare

Hilfe
26.05.2018
20:01:54
3005
Nun ja - so leicht kommen olleHoop, Barbara L. und der Kommentator vom 20.04.2018 im Falle eines justitiablen Vorgehens leider nicht davon.

Ich hatte ein Verfahren vor der Ärztekammer mit einem Patienten, der von mir die Überweisung zu einem Facharzt erhalten hat, diesen nicht aufsuchte und später wieder zu mir in die Praxis kam. Ich wurde nur deshalb nicht zu Schadenersatz verurteilt, weil der Schaden bei einer früheren weiterführenden Diagnostik genauso möglich gewesen wäre wie bei späterer. Also: Wenn der Patient nicht beim Facharzt war, dann muss ich (laut Ärztekammer und Gutachtermeinung) dem Patienten die Bedeutung der Facharzt-Untersuchung erneut deutlich machen und ihn noch einmal auffordern, den Facharzt aufzusuchen.

Daraus leite ich ab, dass die Bestimmung eines HbA1c mindestens alle 6 Monate bei einem mir bekannten Diabetiker in meiner Sorgfalt liegt, wenn der Patient jede 3-4 Wochen zur Quick-Kontrolle in der Praxis ist.

Nun ja, ich habe für alle meine Marcumar-Patienten nach wie vor eine "altmodische" Patientenkarte. In dieser liegt ein rotes Blatt Papier mit den INR-Werten und der Marcumar-Dosis, quasi parallel zum Marcumarausweis des Patienten. Dort drauf hängt ein Haftklebezettel mit der Notiz "In den Monaten 2/5/8/11 HbA1c, 5 & 11 jedes Jahr mit Diabetiker-Profil machen und Termin geben". Das klappt - bei den meisten Patienten jedenfalls - sehr gut.
20.04.2018
18:49:04
Sicher ist die Massnahme eines Recall sinnvoll. Wohl aber ,selbst wenn man dies nicht umsetzt als Arzt, bleibt das wirklich dem Arzt anzulasten. Muss man wirklich Fragen stellen,wie Arzt noch mehr sichern soll? Keine Selbstverantwortung Patient mehr ?
25.06.2017
22:21:18
olleHoop
diese Einstellung ist sicherlich einer der Gründe für die dramatisch schlechten Complianceraten in der ambulanten Versorgung.

Der Mensch ist faul und bequem, ein Arzttermin ist lästig und Diabetes tut nicht weh. Viel Eigeninitiative ist dort nicht zu erwartet.
Von daher: Recallsystem und Anrufe mit direkter Terminvereinbarung
20.05.2017
12:04:34
Barbara L.
O.k. Speichern im Recall für die Zukunft. Aber solange er nicht dement ist, und die Verantwortung für die Praxis damit sicherlich größer ist: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

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