Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

 
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Zusätzliche Informationen

""Klassischer" Grund für einen Durchfall"

Reportnummer:
319
Altersklasse
keine Angabe
Fehlertyp
Wissens- u. Fertigkeitsfehler bei Ausführung einer klinischen Aufgabe
Diagnose
Verdauungssystem
Medikamentengruppe
nicht anwendbar
Medikament(e)
-keine Daten-
Schweregrad
Schaden

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Kommentare

Hilfe
04.04.2020
00:01:41
Schon mal überlegt, ob das Ciprofloxacin die Hyperthyreose erst angestossen hat?
10.09.2006
10:28:00
w.
Sehr geehrte Frau Hoffmann, m.E. sollte ein solches Fehlersystem auch offen sein für das Nachdenken über systematische Fehler im modernen ärztlichen Handeln,
die ihre Ursache vielleicht in einer zunehmend vernunftfeindlichen Unwelt haben...
Ein hilfreicher link, um in diesem wirrwar zu bestehen:
http://www.quackwatch.org/
und Dank an -r. für den sehr nützlichen link
05.09.2006
17:43:00
Barbara Hoff-
mann
Ich erinnere jetzt doch einmal auf das Thema dieser Seiten : Patientensicherheit, Fehler in der hausärztlichen Praxis. Das ist bereits ein weites Feld.
Ich möchte darum bitten, dies nicht als Forum zu nutzen, das Für und Wider verschiedener Schulen in der Heilkunde zu diskutieren.
Herzlichen Dank!
Barbara Hoffmann
Team www.jeder-fehler-zaehlt.de
05.09.2006
16:13:00
Anonymus
Habe mir die Links angesehen - ich hätte noch einen neueren von 2006, in dem die Wirksamkeit der Homöopathie (NICHT zwangsläufig der Kügelchen, sondern vielmehr der intensiven, manchmal auch mühseligen Auseinandersetzung mit PatientIn und dem kompletten Krankheitsbild, sowie der Begleitung der Heilungsvorgänge unter Vermeidung erneut unterdrückender Behandlungsmethoden) an 3900 PatientInnen gezeigt werden konnte. Nebenbei ließen sich viele Medikamente einsparen - da wäre mir doch egal, ob es die Kügelchen waren oder die Gespräche!? Hauptsache gesünder und unabhängiger von nebenwirkungsreichen (und unnötigen!!) Behandlungsmaßnahmen (hier zu sehen am Beispiel Durchfall)

Abstract ist zu lesen unter http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/ahz/doi/10.1055/s-2006-932361
04.09.2006
13:47:00
-r.
Da nun wieder "Homöopathie" zum Thema wurde, möchte ich einige Links hierzu beitragen, der letztere mag von beiden Seiten als Polemik aufgefasst werden - erklärt aber sehr gut den Diskurs und wie er (auch hier) abläuft...

http://gwup.org/themen/texte/homoeopathie/

http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=302

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21646/1.html

-r.
18.07.2006
09:28:00
Anonymus
PS: Die Fragezeichen im vorangehenden Beitrag sind nicht von mir gesetzt - verstehe eine/r die Computer ...
18.07.2006
09:25:00
Anonymus

Danke für die Blumen *zwinker*

Sie haben Recht, es ist ein erheblicher Aufwand an Zeit, Energie und Zuwendung, der erforderlich ist, wenn frau /man das Krankheitsbild eines Individuums in seiner GESAMTHEIT überblicken möchte. Mit dem nötigen Hintergrundwissen kann es gut gelingen, Auslöser und Folgesymptome zu eruieren und das Wesentliche einer individuellen Erkrankung zu erfassen ? damit erspart frau/man sich eine ganze Reihe von Symptombehandlungen und konsekutiven Symptomverschiebungen hin zu den lebenswichtigen Organen (denn zu nichts anderem führt unterdrückende Therapie, wie man bei aufmerksamer Beobachtung feststellen kann).

Mit dieser initial hohen Aufwendung an Zeit und Energie kann in vielen Fällen (durch Gespräch und Verabreichung des ähnlichsten homöopathischen Einzelmittels) echte Heilung angestoßen und begleitet werden. Und was dann noch hie und da an Zipperlein auftritt, wird von den PatientInnen entweder gut toleriert (bis sie wieder vergehen) oder wiederum nach dem Simile-Prinzip behandelt. Langfristig wäre dies sogar (wie die Krankenkassen übrigens erkannt haben, selbst bei mittelmäßiger ? da unter Zeitdruck ausgeübter- Homöopathie) von den Kosten her eine deutlich elegantere Behandlungform.

Und falls mein Beitrag wie Werbung aussehen sollte: Es IST Werbung, für einen achtungs- und anspruchsvolleren Umgang mit PatientInnen und deren Beschwerden, und für ein befriedigenderes Arbeiten in der täglichen Praxis, und für ein Umdenken, das unser gebeuteltes ?Gesundheits?-System entlasten könnte. mfg, eine homöopathische ärztin
17.07.2006
21:45:00
Anonymus
Meiner Meinung nach war die Durchfalldiagnostik und Therapie zu aggressiv. So weit ich das aus meinen Büchern kenne: Nur die 5 % Durchfall-Erkrankungen, die nicht nach 3 Wochen aufhören, gehören diagnostisch abgeklärt (wenn keine Hinweise auf gefährliche Verläufe vorhanden sind). Auch schliesse ich mich der Meinung der Kollegen an, die die blinde Therapie mit Cipro geisseln, zumal es in anderen Ländern wegen seiner hohen Gewebsgängikeit sogar als Mittel der Reserve gilt und schwerstkranken PAtienten vorbehalten bleibt (in anderen Worten: wir stumpfen uns die Waffe Cipro etc ab, wenn wir sie zu häufig unnötig einsetzen).
Aber dass sich der Kollege den Fehler vorwirft nicht selbst an die Schilddrüse gedacht zu haben finde ich weniger schlimm: 1. nichts lebensbedrohliches 2. kein systematisacher sondern ein zufälliger Fehler (aus dem man schlecht lernen kann) 3. menschlich-allzumenschlich: Als SymptomKombination hätte er sicher gleich geschaltet, aber diese Erkrankungen die sich erst Stück für Stück offenbaren lassen uns all von Zeit zu Zeit dumm aussehen. Das Systematische Nachdenken: "was hat dieser Patietn heute PLUS was hatte er schon alles bisher" ist wünschenswert aber: da reicht dann schon nicht mal mehr ein Halbgott, da muss man schon ein göttlicher Heiler sein!
28.06.2006
21:24:00
Anonymus
Liebe beängstigte Patientin!
In der Praxis, also weit weg von der Krankenhausmedizin mit ihren vielen und sofort und immer einsetzbaren Untersuchungsmethoden, muss man halt hin und wieder herumdoktorn.
Manchmal ist es sogar Stand der Wissenschaft, zuerst ein Medikament einzusetzen und erst bei Nichtansprechen dieses den Patienten zu eher unangenehmen Untersuchungen weiter zu überweisen.

Der Beitrag 25.06.06 22.33 ist ja recht witzig; aber wie gelingt es der Homöopathie, dort angeführte Symptome zu verifizieren?
Hahnemann hat nicht von ungefähr schon damals Antibiotika, Cortison und andere hochgiftige Substanzen verteufelt. es gab diese zwar noch nicht, aber er war schon immer ein Blitzgneißer und wird es wohl auch bleiben.
28.06.2006
15:09:00
Anonyma
Als Patientin wird mir bei der Lektüre des Fehlerberichts Angst und Bange. Die Gabe von Medikamenten ohne wirkliche Diagnose, das blinde Herumdoktorn an Symptomen - beängstigend.

27.06.2006
14:22:00
Anonymus

Also, mal ganz unhomöopathisch: Vor reiner Symptombehandlung sollten alle wesentlichen in Frage kommenden Ursachen des Symptoms bedacht werden. Damit (falls möglich - wie mit kleiner Verzögerung ja auch hier geschah) die Ursache möglichst kausal behandelt werden kann.

Ciprofloxazin bei Durchfall ist m.E. nur in Notfällen im Urlaub (wenn kein Arzt erreichbar ist) angezeigt - ansonsten ist ja selbst bei Salmonellen-Infekt das Unterdrücken kontraproduktiv. Oder haben sich die Erfahrungen da in den letzten 10 Jahren erneut geändert?

Gut, daß eine Stuhlkultur angelegt worden ist - umso unverständlicher für mich, daß dennoch Cipro verordnet wurde. Wurde die "Heilung" der Durchfälle vielleicht durch eine draufgesetzte Obstipation bei Verschiebung der physiologischen Flora imitiert?

Was diese Patientin (neben guter Allgemeinbildung oder dem Befragen medizinisch versierter Bekannter) noch gut gemacht hat: Sie hat sich immer wieder gemeldet, weil sie sich noch nicht ok. fühlte.
Dazu sollten Patienten meiner Meinung nach auch systematisch ermutigt werden. "Ich wollte Sie nicht schon wieder belästigen" - das höre ich sogar von meinen (älteren) Privatpatienten öfter zu hören. Am besten mit konkretem Zeitfenster "Wenn es in drei Tagen nicht besser ist, melden Sie sich bitte wieder, falls es schlimmer wird, dann sofort".
Schwierig nur, wenn mit Honorar-Pauschalen vergütet wird - das motiviert nicht gerade zu solch vor-sichtigem Verhalten ...
26.06.2006
22:41:00
Anonyma
Ich finde es schade, dass der lehrreiche Bericht in unproduktiven Kommentaren zu Sinn und Unsinn von alternativen Heilverfahren untergeht. Wenigstens in diesem Forum sollte es möglich sein, unterschiedliche Herangehensweisen bei Diagnose und Therapie zu respektieren und sich ohne Polemik auszutauschen.
Unabhängig von den verschiedenen Auffassungen bei der Therapie zeigt dieser Bericht, dass eine naheliegende Erklärung oder eine gestellte Diagnose - so "typisch" der Fall sein mag - immer wieder wert ist, kritisch hinterfragt zu werden.
26.06.2006
20:47:00
Barbara L.
Hoffentlich haben Sie seit dem Staatsexamen, was ja evt. schon ein Weilchen her ist, auch in der "Schulmedizin" was dazugelernt.
Aphorismen aus dem vorletzten Jahrhundert waren auch damals sicher nicht allgemeingültig, auch könnte es sein, dass olle Hahnemann nicht so wahnsinnig viel mit geriatrischen Patienten zu tun hatte. Bei den Meinen geht es meistens nicht um Heilung, sondern um Beschwerdelinderung, sprich, das Leben ohne die Symptome erträglicher zu machen.
Und auch jüngere Patientinnen sind durchaus dankbar für so etwas Giftiges wie 25mg Metoprolol (und überleben diese Urtinktur-Dosis in der Regel), können sie doch ohne streßbedingte vorübergehende Palpitationen mal wieder durchatmen und an was anderes als den Herzschlag denken.
Oder schmeißen Sie nicht auch 1x jährlich eine Tablette ASS ein, ohne der Ursache der Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen?
26.06.2006
08:56:00
Anonymus

Im Gegensatz zu Ihnen, Herr oder Frau Kollege, habe ich mich mit beiden "Heilkünsten" intensiv beschäftigt. Auch die Grundlagen der konventionellen Medizin habe ich sehr gut ergriffen (sagen die Staatsexamens-Noten)

Wirklich wissenschaftlicher Blick bleibt jedoch weiterhin offen und versucht, auch "erwiesene" Zusammenhänge hin und wieder zu hinterfragen. Mein Anliegen ist lediglich:

Schauen Sie dochmal genauer HIN, liebe Kolleginnen und Kollegen und lassen Sie sich überraschen von den Zusammenhängen, die sich sogar in Einzelfällen auftun.

Und lesen (bei echtem wissenschaftlichem Interesse) Originalliteratur (Hahnemann: Die chronischen Krankheiten, Band 1) - seine Beispiele, beobachtet und dokumentiert von seinen Vorgängern (damit er nicht bezichtigt wird, eigene Fälle "geschönt" darzustellen) sprechen Bände. Sofern man hinhört.

"Willkür-Heilkunst" ist aus meiner Sicht tatsächlich eine schlechte Alternative. Welche Methode dieses Prädikat verdient - darüber müßten wir uns allerdings noch einigen.
26.06.2006
07:01:00
Anonymus
Homöopathie als Antwort auf unvollständige wissenschaftliche Diagnostik? Willkür-Heilkunst als sogenannte Alternative zur angeblich schulmedizinischen Medizin, was auch immer das sein soll? Die Korrektur von Fehlern muss nach klaren und Vernunft-basierten Kriterierien erfolgen, überprüfbar sein und unabhängig vom Untersucher. Alles andere ist Unsinn, hat aber leider längst Einzug gefunden in die vormals wissenschaftliche Basis der Medizin, z.B. Entscheidung zur Akupunktur, ohne Wirkungsnachweis zur Kassenleistung. Das da der wissenschaftliche Blick des Arztes immer stärker leidet und zu Fehldiagnosen führt ist leider nicht erstaunlich.
Symptom-Behandlung sollte die 'Stärke' der Homöopathie bleiben.
25.06.2006
22:33:00
Anonymus
Ja, wirklich gut, wenn PatientInnen mündig sind und mitdenken! Vielen Dank für den lehrreichen Bericht!

Erschreckt hat mich (nach der blinden Durchfallbehandlung mit konsekutiver Teil-Elimination der physiologischen Darmflora) die blinde Betablocker-Therapie bei Frequenzen bis 160/min. Ohne mögliche Ursachen abzuchecken - auch ein Phäochromozytom oder andere hormonaktive Tumore könnten neben einer Hyperthyreose vorliegen, Elektrolytdysbalance, etc.

Wieso wird der menschliche Organismus oft so (blockierend) behandelt als sei er zu dumm zum Regulieren?
Wer würde seine Schafe sedieren, wenn ein Wolfsrudel in der Nähe ist, oder ihnen Gewichte an die Beine hängen, daß sie nicht so nervös herumrennen?
So viele unserer Symptome sind Kompensationsversuche des aus dem Gleichgewicht geratenen Organismus - diese einfach nur (hochwissenschaftlich und evidenzbasiert ??!?) zu unterdrücken verschlimmert den Gesundheitszustand des Patienten oft, die Krankheit wandert - bildlich gesehen - nach innen. So auch hier: Durchfall, oftmals eine Entlastungs- und Entgiftungsmaßnahme, erfolgreich wegbehandelt: Herzprobleme tauchen auf. Diese unterdrückt: Gewichtsabnahme, Organismus versucht erneut sich durch Diarrhoe zu entlasten. Gottseidank beweist die Patientin Umsicht und stellt die richtige Frage ...

Bitte nehmen Sie es nicht persönlich, liebe Frau oder Herr KollegIn, diese Art Symptomkurierei mit Verschiebung von Organ zu Organ (und von Facharzt zu Facharzt) passiert laufend und allerorts, und wir wundern uns, wenn die Krankheitskosten steigen und steigen ...

Ich erinnere an Samuel Hahnemann: "Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt."

Seine Alternative: Ordentlich erlernte (!!) Einzelmittel-Homöopathie, die dem Organismus in sein ursprüngliches Gleichgewicht zurückhilft und ihn nicht seiner Regulationswerkzeuge beraubt. Möglicherweise wäre die Schilddrüse ohne die unterdrückenden Maßnahmen gar nicht dekompensiert - aber das bleibt natürlich Spekulation. Und kein Forscher hat Lust (geschweige denn die Mittel) über solche komplexen Zusammenhänge zu forschen, schade. Da muß es vorerst bei den Einzelfallbetrachtungen bleiben...

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