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"Differentialdiagnose Beinschmerzen"

Fehler des Monats 01.11.2008


Reportnummer:
457
Altersklasse
61-70
Fehlertyp
Wissens- u. Fertigkeitsfehler bei Ausführung einer klinischen Aufgabe
Diagnose
Bewegungsapparat
Medikamentengruppe
-keine Daten-
Schweregrad
Schaden

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Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Hier wurde eine Diagnose lange nicht gestellt, da den beteiligten Ärzten durch falsche Annahmen der Blick verstellt war (LWS-Syndrom, der Orthopäde hat doch bestimmt die Hüfte geröntgt). Wie gehen Sie mit "Arbeitsdiagnosen" um, den eigenen und den der mitbehandelnden Kolleg/innen?

Zu diesem Fall gibt es auch einen ausführlicheren Gastkommentar. [link]



Kommentare

Hilfe
03.02.2009
18:53:24
Tilley
Wäre denn eine Art Versichertenausweis, wo jeder Arztbesuch eingetragen wird mit Diagnose-Nr., Datum der Röntgenuntersuchung u.ä. (wie in der EX-DDR das SV-Buch) da nicht hilfreich?
23.11.2008
01:04:40
Michel Voss
RCT Primärarztsystem ./. jetziges System identifizieren,
das wäre sinnvoller Auftrag des BA an das IQWIG.
11.11.2008
20:12:48
XY
Ob die erneute Einführung - erst zum Hausarzt/dann zum Facharzt mehr Sicherheit für die Patienten bedeutet und billiger ist??? Oft bastelt der Hausarzt erst mal am Patienten rum, bis er sich dann endlich zu einer Überweisung entscheidet.
11.11.2008
18:11:48
Iris Schluck-
ebier
Da in Deutschland der Hausarzt leider nicht der Lotse seiner Patienten ist, verlieren sich Routinepatienten leider im Praxisalltag schon mal auf der Facharztschiene.

Wenn Patienten nur zu ihren regelmässigen Blutkontrollen (Quick,Blutzucker) erscheinen, muss über das MFA-Team sichergestellt sein, dass keine zweite Blutabnahme erfolgt, ohne dass eine Vorstellung beim Arzt stattgefunden hat.

Eine zusätzliche Sicherheit, dass der Hausarzt auch Facharztinfo seiner Patienten bekommt, wäre wenn jeder Facharzt dem Hausarzt seiner Patienten einen kurzen Bericht zukommen lassen würde.

Noch besser, die Einführung einer klaren Regelung erst zum Hausarzt und von hier zum Facharzt, damit wenigstens ein Arzt Übersicht über die Patienten behält. Ging im Zeitalter der Krankenscheinhefte ja auch. Ärzteshopping kommt unserem Gesundheitssystem teuer zu stehen und in diesem Falle sogar dem Patienten selbst.
04.11.2008
14:09:00
Horst Oswald
In diesem Fall liegen die (vermeidbaren) Fehler auf mehreren Seiten: 1. Die Patientin läßt die KVK primär beim Orthopäden einlesen, daraufhin kein Datenfluß zum Allgemeinmediziner.
2. Der Orthopäde hinterfragt auch nach 1,5 Jahren frustraner Behandlung seine gestellte Diagnose nicht, erneute gründliche körperliche Untersuchung erfolgt nicht.
3. Offensichtlich gestörte Kommunikation Patientin-Hausarzt infolge eingefahrener Verfahrensroutinen.

In einem ähnlichen Fall aus meiner Praxis nach Konsultation von 4 Orthopäden wegen Oberschenkelschmerzen schließlich die Diagnose eines fortgeschrittenen inoparablen Osteosarkoms, Pat. inzwischen verstorben !
03.11.2008
23:04:57
OTS
Danke für den Fall, habe nachgelesen, bei VA auf Hüftkopfnekrose ist Rö bild oft normal , hier ist MRT besser und die Anamnese und das daran denken. Vielleicht heut ein normales Bild ebenfalls Leidensweg bedeutet.
Es gibt kein Alter der Patientin. Wäre es anders, wenn Sie jünger wäre, hätte man (Sie oder ich) eher untersucht?
Ich plädiere für ein Primärarztsystem seit Jahren. Hier hat sich mit Orthopäde und Neurologe und Schmerztherapeut etwas verselbständigt, was den ganzen Mensch aus dem Auge verloren hat. Also Fehler im System? Sie haben beherzt gehandelt.

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