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"Keine TSH-Kontrollen nach Absetzen von Thiamazol"

Reportnummer:
834
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Diagnose
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Medikamentengruppe
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Schweregrad
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Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Nach Absetzen von Thiamazol bei M. Basedow wurden keine weiteren Laborkontrollen durchgeführt. Im Verlauf kam es erneut zu einer Hyperthyreose mit stationärem Aufenthalt, zunächst verschleiert durch den Abnahmewunsch des Patienten. Der Bericht schildert eindrücklich, was im hausärztlichen Alltag übersehen werden kann.

Wir hatten einige Rückfragen an den Autor, die ausführlich beantwortet wurden.

1. Antwort auf die Rückfrage nach den genauen zeitlichen Abläufen der Ereignisse:
Der Patient hatte Thiamazol 20mg 1-0-1 bereits mehr als 2 Jahre eingenommen, bevor in mehreren Anläufen und Gesprächen über ein Ausschleichen und ein "wait and see" gesprochen wurde. Laut Guidelines ist ein Ausschleichen nach 1-2 Jahren thyreostatischer Therapie angezeigt! Vor einer zu diesem Zeitpunkt anstehenden Augen OP (Cataract beidseits) wurde Thiamazol abgesetzt (FT3 3,76; FT4 2,20; TSH 0,01; in den Monaten zuvor eu- bis hypothyreot). Dann erfolgte die beidseitige Cataract-OP mit Laborkontrollen im nahen Bezirkskrankenhaus (kein Labor vorliegend). Im Arztbrief auch keine Orbitopathie beschrieben. Laut den Guidelines ist eine Kontrolle des TSH dann in 2-3 Monaten wieder angezeigt. Da war dann die Hyperthyreose leider mit Macht zurückgekehrt. Zwei Monate nach Absetzen hat mich der Patient dann in der Praxis aufgesucht mit Muskelschwäche und dem massiven Gewichtsverlust (35kg in 6 Monaten), den er als gewollt beschrieben hat. An eine Hyperthyreose hatte ich nicht gedacht, ich dachte eher an Muskulaturverlust mit Schwäche durch die Diät. Ich habe daher zu einem FA für Physikalische Medizin zum Muskelaufbau überwiesen.

2. Antwort auf die Rückfrage zu dem Beginn der Diätbestrebungen (vor oder nach dem Absetzen der Medikation):
Die Diät hatte der Patient mit Verve 8 Monate vor Ende der thyreostatischen Therapie begonnen.

3. Antwort auf die Rückfrage zu Abkürzungen und dem Grund für die Untersuchungen:
Aufgrund der Anämie wurde eine ambulante GSK (Gastroskopie) und CSK (Colonoskopie) zum Ausschluss eines Tumors oder einer Blutungsquelle nach dem stationären Aufenthalt gefordert. Aufgrund der (steroidinduzierten und Basedow-getriggerten) Psychose wurde der Patient aber zuvor bereits in eine Psychiatrie transferiert und nach 3 Wochen von dort wieder entlassen mit der Empfehlung zur Planung eines Schilddrüsen OP Termins.



Kommentare

Hilfe
15.04.2021
17:24:39
Hallo Patient M Basedow ! : )
Bei mir wurde M Basedow vor einer Woche im Virchow Klinikum festgestellt! Allerdings auch nur weil ich dem Augenarzt in der Rettungstelle ein wenig auf die Nerven gegangen bin! Dies hatte zur Folge das sich jemand aus der Inneren das anschaute und so wurde aus einer Konjunktivitis....
Ich habe ihren Kommentar wahrgenommen weil Sie exakt das beschreiben was ich nach nur einer Woche mit Terminen zu diesem Thema feststellen musste. Nix genaues weiss man nicht! Wäre ihnen verbunden falls Sie bezüglich Informationen,Ernährung Bücher etc. Tipps geben könnten!?
Beste Grüsse
11.04.2021
10:02:30
Patient M.Ba-
sedow
Als Basedow Patient wundert mich diese traurige Geschichte nicht. Ärzte, selbst Fachärzte kennen sich mit dieser Erkrankung mäßig aus und geben Empfehlungen, die für Patienten katastrophal enden können.

Ich spreche aus Erfahrung. Fehler beim einstellen ( nur TSH wird genommen, Dosis Anpassung sehr spät , falsch oder gar nicht wie Beispiel oben uvm.). keine Beratung zu Ernährung wie Jodvermeidung etc.
Plus:
Endokrine Orbitopathi
Obwohl die gefürchtete Augenerkrankung durch Radiojodtherapie ausgelöst/verschlimmert werden kann ( das bestätigt jede EO- Ambulanz ), werden Patienten damit regelrecht unter Druck gesetzt. Das Leben dieser Menschen wird nicht selten wörtlich ruiniert ( Glotzaugen, schlafen nachts nur mit Uhrglasverband möglich da nicht mehr schließbar, Schmerzen, Entsetellung, Doppelbilder.

Auch wird man zu schnell zu OP gedrängt. Ein lebenswichtiges Organ soll entfernt werden. So nimmt man Patienten jede Chance einer Remission und zwing sie zu lebenslanger Hormoneinnahme. Auch die OP kann die Augenerkrankung triggern, bringt aber Geld durch Fallpauschale.

Es gibt auch Langzeittherapien mit Thiamazol in geringer Haltedosies, so wie es in anderen Ländern üblich ist. So blieben OP- Risiko und die negativen Folgen, die eine RJT mit sich bringt, Patienten erspart.
24.05.2016
18:57:51
Mir sind ein paar Unterschiede zwischen Bericht und Antwortkommentar aufgefallen:
* Thiamazol 20mg 1-0-0 statt 1-0-1
* Gewichtsverlust 35kg in 6 Monaten bzw. einem Jahr

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