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"Hypoglycämie durch "Austauschpräparat""

Reportnummer:
913
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Fehlertyp
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Diagnose
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Medikamentengruppe
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Schweregrad
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Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Haben Sie ähnliche Erfahrungen (bei HzV Pat.?) gemacht, wenn ja, wie konnten Sie diese Probleme lösen?



Kommentare

Hilfe
22.08.2018
20:41:13
3005
Dieses Problem kenne ich (in Baden-Württemberg) schon lange - nahezu seit es die HzV-Verträge gibt.

Nun ja - wo Licht ist, da ist immer auch Schatten. Die EDV schlägt ja "nur" vor. Und dieser Vorschlag war von uns HzV-Ärzten auch explizit gewünscht. Kein Arzt wird genötigt, an diesen deutlich besser honorierten Verträgen teilzunehmen. Aber für mich lohnt sich das durchaus ! Und darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die Medikamentenauswahl in der BRD eigentlich viel zu unübersichtlich ist. Wer blickt denn da überhaupt noch durch ? Niemand !

Wir behandeln dieses Problem in unserer Praxis wie folgt:
- Bestellt der Patient ein Medikament nach, dann bekommt er immer das zuletzt verordnete.
- Einen Austausch nimmt NUR der ARZT vor.
- Wird ein Austausch vom Programm vorgeschlagen, so haben wir überall in der Praxis Haftnotiz-Zettel parat leigen, die auf ein Rezept aufgeklebt und entsprechen gekennzeichnet werden.
- Das "bestellte Rezept" kann der Patient erst am Folgetag abholen. (Wieso "muss" er das am selben Tag haben ??? Milch kaufe ich doch auch nicht erst dann, wenn der Kühlschrank ganz leer ist !) So habe ich als Arzt die Zeit, mir spanisch erscheinende Rezepte am PC nachzusehen.
- Die Helferin bereitet nur solche Rezepte zur Unterschrift vor, die dem Patienten bereits mindestens 2 x verordnet wurden. Keine Antibiotika !
- Ich selbst achte darauf, dass bei einer Erstverordnung möglichst immer ein "grünes oder blaues" Medikament gewählt wird. so wird nach und nach auf die rabattierten Medikamente umgestellt.
- Bei den Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg (und nur bei diesen) ist es viel einfacher, die Patienten zu einer Umstellung zu motivieren, da bei diesen die Zuzahlung in der Apotheke entfällt.
- Ich als Arzt habe die Verordnungshoheit und muss mit meinen Mitarbeitern dafür Sorge tragen, dass kein Schaden entsteht. Entsprechend muss ich die Vorgehensweise bei Wiederholungsverordnungen festlegen. Auch wenn der Patient einmal "ganz dringend" sein (vorgestern zu bestellen vergessenes Medikament) einmal nicht sofort ausgehändigt bekommt.
- Eine Zeit lang bekamen meine Patienten Notizzettel ausgehändigt mit dem Wortlaut "Lieber Patient, zur Prüfung Ihre gewünschten Medikamente benötigen wir in der Praxis etwas Zeit. Das dauert in der Regel 1/2 Tag, am Montag etwas länger. Bitte bestellen Sie Ihre Medikamente nach Möglichkeit online und wenigstens 1 Woche bevor sie zu Ende sind. Auch die Apotheke muss manche Medikamente erst bestellen. Das nützt auch Ihnen durch erhöhte Sorgfalt beim Erstellen Ihrer Rezepte ! Danke für Ihre Rücksichtnahme !"

Deshalb bin ich auch nicht der Meinung von Herrn / Frau Weise aus Dortmund, dass nachgebessert werden muss. Die Nachbesserung hat in der Praxis zu erfolgen !! Jede(r) Arzt(in) kann individuell entscheiden, ob er8sie den rabattierten Vorschlag annehmen oder ein anderes Medikament nehmen möchte. Und ja, ER/SIE muss sich entscheiden. Oder auf die Teilnahme am HzV-Vertrag verzichten.
07.08.2018
10:49:46
Anton
Optimierung der technischen Ausstattung (u.a. leise und schnelle Drucker), sodass Rezepte stets unmittelbar im Sprechzimmer gedruckt werden können.
03.08.2018
10:01:42
Apothekerin
In einer Stammapotheke hätte der Mitarbeiter auch auf die Medikamentenänderung hinweisen müssen. Ich hätte es getan.
12.07.2018
10:42:39
Weise/ Dortm-
und
Mir ist dieses Problem bei der Verordnung von Januvia ebenfalls aufgefallen. Bei uns ist es jedoch zu einer uns bekannten Schädigung eines Patienten gekommen. Durch die Meldung alamiert, haben wir das Problem im Team intensiv diskutiert und klar gestellt, daß, vom Softwarsystem vorgeschlagene Medikamentensubstitutionen ausschließlich von den Ärzten der Praxis veranlaßt werden dürfen.
Grundsätzlich ist das aber ein Hohn, dass die Krankenkassen uns unablässig zu höheren "Schein"Qualitätsstandards treiben wollen und uns gleichzeitig ein solches Ei ins Nest legen.
Hier muss im Rahmen der HZV Verträge schnellst möglich nachgebessert werden.
Es ist eben doch nicht alles Gold was glänzt.

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