Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

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Aktueller Fehler des Monats



"Schnittstelle - Bereitschaftsdienst - Hausarzt"

Reportnummer:
770
Dieses Ereigniss ereignete sich an der Schnittstelle Bereitschaftsdienst - Hausarzt.
Was ist passiert?
Im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bei klinisch akutem Gichtanfall Gabe von Ibuprofen 800 mg Tbl bei Hausbesuch und Verordnung von Ibu 600 zur weiteren Einnahme.
Was war das Ergebnis?
Verschlechterung einer mir nicht bekannten renalen Insuffizienz.
Mögliche Gründe
Kein Medikamentenplan des Hausarztes, bereitliegen eines schon vor kurzem verordneten Ibuprofen durch den Hausarzt, anamnestisch keine Information auf Niereninsuffizienz durch den orientierten Patienten.
Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
Absetzen des Ibuprofens durch Hausarzt war nach wenigen Tagen erfolgt.
Rücksprache mit dem Hausarzt erfolgte.

Besprechung der Problematik im QZ, Maßnahmen: Vorsichtigere Gabe eines niedriger dosierten NSAIDs, Sicherstellen der Vorstellung beim HA kurzfristig, möglichst Einsetzen von Steroid, wenn möglich (DM...), möglichst Information des Hausarztes über behandelte Patienten im Notdienst noch zeitnäher, d.h. am nächsten Tag.
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Kommunikation, Patient,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
erstmalig




Kommentare

Hilfe
10.02.2015
09:45:14
Hasanain
Es ist leider manchmal so , ... man wird durch einen blöden Einsatz bzw. Beschwerde eines "netten Pat." auffällig .
Vielleicht wäre wirklich schlau , "wir" schreiben immer am Ende " bitte bei weiterbestehenden Beschwerden HA kontaktieren !! " schnellst möglich kontaktieren"
30.11.2014
22:59:38
Barbara L.
Procedere Gichtanfall im KV-Dienst, meist schon Eigendiagnose des Patienten, weil mehrere Anfälle gehabt. Frage meinerseits dann: Was haben Sie letztes Mal erhalten. Haben Sie noch davon da? Haben Sie Schmerzmittel im Haus? Nehmen Sie welche sowieso ein? Dann erfolgt nach Verordnung die dringende Empfehlung sich möglichst am nächsten Tag mit dem Notdienstzettel beim Hausarzt vorzustellen.
Mit Verlaub: Ich telefoniere meist nur ich sehr besonderen Fällen mit dem Hausarzt, der Gichtanfall beim orientierten Patienten gehört sicher nicht dazu. Ich denke, dass ich mit dem oben genannten Ablauf meiner Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht genug nachgekommen bin.

Auch bei Pneumonie, Gallenkolik, Harnwegesinfekten oder anderen notdiensttypischen Erkrankungen kann sich die Gesundheitslage des Patienten drastisch verschlechtern, wenn keine Weiterbehandlung oder Abstimmung oder Korrektur durch den Hausarzt oder die weiterbehandelnde Ärztin erfolgt.

Auch der kurzfristige Einsatz von Steroiden kann ja bekanntlich nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben, gerade bezüglich Entgleisungen einer diabetischen Stoffwechsellage. So habe ich den Eindruck, dass dies abgenommen hat, seit nicht mehr jeder zweite Dexa-Phlogont im Notdienst bei Rückenschmerzen verabreicht.

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