Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

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Aktueller Fehler des Monats



"Actraphane 50 statt 30"

Reportnummer:
881
Was ist passiert?
Einstellung Diabetiker auf Actraphane 30 / N1 ausgegangen, nun steht Verordnung N3 an. Aus PC-Pharmaliste Auswahl von Actraphane 50 statt 30 (anderes Verhältnis kurz/langwirksames Insulin) durch Arzt.
Ausgabe des Rezeptes nach 4-Augenprinzip durch Mitarbeiterin.
Apotheke fällt unterschiedliches Präparat auf, Rückmeldung
Was war das Ergebnis?
Aufwand Rezeptkorrektur
Mögliche Gründe
Sprechstunde mit hohen Patientenzahlen im Zeitfenster reduziert Aufmerksamkeit, auch rein psychologisch, Patienten denken nicht solidarisch (kommen unangmeldet, drängen auf Termin), Abweisen nicht möglich.
Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
Weiss nicht - interessant zu wissen, wie Kollegen mit Patienten umgehen, die dringlichen Terminwunsch bei starken Leidensdruck haben, aber die Kapazitäten der Praxis nicht ausreichen.
Viele Kollegen opfern dann nicht nur ihre Freizeit.
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Arbeit und Umwelt, ,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
erstmalig


Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Wie gehen Kollegen mit Patienten um, die einen dringlichen Terminwunsch bei starken Leidensdruck haben, aber die Kapazitäten der Praxis nicht ausreichen, fragt der/die Berichtende.

Fehler im Verordnungsprozess begegnen uns immer wieder in Ihren Berichten. Welche Tipps haben Sie für einen möglichst sicheren Verordnungsprozess, auch in stressigen Situationen?



Kommentare

Hilfe
18.12.2016
15:08:33
Günter K.V.
Vetter
Täglich werden wir damit im Klinik- und Praxisalltag mit solchen Patientenverläufen verantwortlich betraut. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns auf jeden Patienten neu einzustellen, die Personendaten im Detail zu lesen und gewissenhaft zu erfragen und die Patientenakte aktuell im Handlungsverlauf zu lesen. Ich persönlich bevorzuge auch die Zahlen -gerade bei schwierigen zeitverläufen- auszuschreiben (z.b. 30mg (dreissig mg) und den Einnahmeplan z.b. 1-0-0-0 zu hinterlegen und dies nochmals gemeinsam mit dem Patienten (vor-) zulesen. Rezeptausgaben sollten örtlich in der Praxis auch geregelt sein. Nicht jeder PC-Arbeitsplatz im Frontoffice muss sich damit befassen. Und ja, auch der verbindliche ansprechen und lösungsorientierte Gespräch mit evtl. begleitenden Familienangehörigen führt mit dem Patienten dazu, dass er nicht auf die Nullkante seiner Medikamentenmenge kommt. Von VorOrt Schuldzuweisungen an den Patienten halte ich persönlich nichts. Wir müssen als Medizinisches Fachpersonal die 360 Grad Linie immer wieder neu und zukunftsweisend beweisen. Gruss von Günter K.V. Vetter www.medizin-am-abend.blogspot.com / Medizin am Abend Berlin
13.12.2016
13:48:28
MS
Die Variante im oberen ist eine durchaus gute (Rezeptvorbestellung wenn nicht dann Sprechstunde).
Wie jedoch bereits angesprochen belastet dies weiterhin die Sprechstunde bei ohnehin zu hohen Wartezeiten bei zu vielen Patienten durch zu geringe Flächenabdeckung.
03.12.2016
23:51:57
Rezepte gibt es nur über Vorbestellung Anrufbeantworter oder Eintrag Rezeptbuch Anmeldung.
Wer das Rezept am gleichen Tag braucht muß in das Sprechzimmer. Bei Tagen mit hohem Patientenandrang kostet das bis zu 2Std Wartezeit (überwiegend terminlose Praxis).
Vorteil: die Anmeldung wird von Konflikten entlastet. ("Chef hat gesagt sie müssen rein, wenn Sie es jetzt haben wollen")
Der Arzt "sieht" was passiert, weil der Patient dann vor ihm sitzt ,und muß nicht im Gang oder vor der Theke ungeprüfte Unterschriften aus dem Ärmel schütteln.
Vorteil: Arzt kann auch nachfragen wieso dem Patienten der Fehler passiert ist, das ihm die Medikamente ausgegangen sind.
Nachteil: etwas mehr Belastung der Sprechstundenzeit.
Aber im Allgemeinen passiert das dem Patienten nur einmal.

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