Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen

 

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Aktueller Fehler des Monats



"Fax - ein sicheres Kommunikationsmittel in der Pandemie?"

Reportnummer:
980
Was ist passiert?
Wir machen ziemlich viele Corona Tests in unserer Praxis und haben dann entsprehcend viele Meldungen ans Gesundheitsamt. Jetzt kam ein Anruf von einer Airline (!), sie hätten an einem Tag die Corona-Faxe von uns bekommen. Und das sei schon häufiger passiert aus verschiedenen Praxen. Sie würden dann immer sofort anrufen.
Was war das Ergebnis?
Die Patienten haben nichts davon mitbekommen, aber im Team hat das für große Aufregung gesorgt. Zum Glück hat sich die Airline gemeldet, aber wer weiss, wo sonst noch Faxe gelandet sind.
Mögliche Gründe
Faxen wird immer als ach-so-sicher gepriesen, aber es ist halt doch ziemlich fehleranfällig was die Eingabe der richtigen Nummer angeht.
In der Eile ist schnell eine "0" vergessen oder ein Zahlendreher drin und dann sind die sensiblen Patientendaten im Orbit.
Wie hätte man das Ereignis verhindern können?
Wir haben ein noch dickeres Schild als vorherr auf dem Fax "Null vorgewählt?" Aber ehrlich gesagt schützt das nicht wirklich. Wir sind auch etwas ratlos. Fax-lose, sichere Kommunikation mit dem Gesundheitsamt wäre schon toll, man wird ja wohl noch träumen dürfen...
Welche Faktoren trugen Ihrer Meinung nach zu dem Fehler bei?
Ausrüstung, null,
Wie häufig tritt dieser Fehler ungefähr auf?
monatlich


Kommentar des Frankfurter Instituts für Allgemeinmedizin

Wir stimmen Ihnen zu: eine fax-lose, sichere Kommunikation im Gesundheitswesen wäre wünschenswert.

Eine fax-lose Kommunikation ist im Zeitalter von E-Mails und mittlerweile auch Messengerdiensten überfällig. Bislang scheiterte die Durchsetzung einer Internet-basierten Kommunikation oft daran, dass die notwendige Sicherheit mittels Verschlüsselung zu kompliziert war.

Das ausgerechnet das ebenso unsichere Fax, wie dieser Fehlerbericht zeigt, als weit verbreitetes Kommunikationsmedium im Gesundheitswesen erhalten blieb, entbehrt nicht einer gewissen Ironie und gelang im Rahmen der Pandemie nochmals in den Fokus der Öffentlichkeit.

Das Institut für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt beschäftigt sich daher aktuell in einem Pilotforschungsprojekt mit einer sicheren Kommunikationslösung, einem verschlüsselten dezentralen Messengerdienst, mit dem ein Austausch zwischen Hausarztpraxen in zwei Kreisen und dem jeweiligen Gesundheitsamt ermöglicht wird.
Wir sind auf die Ergebnisse gespannt.

Und dann ist ja auch noch die sichere TI am Horizont, es gibt Hoffnung auf die erträumte fax-lose, sichere Kommunikation mit dem Gesundheitsamt.

Bis dieser Traum wahr wird ...
Wie sorgen Sie für eine sicherer Versendung von patientenbezogenen Daten in Ihrer Praxis?



Kommentare

Hilfe
16.09.2021
15:10:51
Agate
*Wir haben diesen Kommentar gelöscht, da er nicht unseren Forenregeln entsprach. Das jeder-fehler-zaehlt Team*
17.03.2021
17:42:38
Sandmann, Jö-
rg
Die Eingabe von Nummern ist unheimlich fehleranfällig. Wir verwenden Fritzfax, weil man dort ein Adressbuch hat und es sehr anwenderfreundlich ist. Am stationären Fax werden häufiger verwendete Nummern zwingend in das Adressbuch eingegeben und nur so gefaxt.

Zum Kommentar des Instituts: Die Neuerungen werden leider viel mehr Zeit verbraten, aber sicherer wird es leider nicht werden. Überlastung durch zu viel Informationen wird das Vertippen ablösen.
13.03.2021
09:23:37
Chris Threer-
ivers
Richtig - Wichtige Nummern sollten im Adressbuch eingespeichert sein. Aber denkt mal andie Zahlenkolonnen, die Patient bei seinen "Rechnungen einzugeben hat: IBAN ohne Ende und dann noch Patiente- und Fall-Nr. ....
Und dann noch die Rechnungs-Nr. möglist ein Verhau aus Zahlen und Buchstaben natürlich nicht unter 18-stellig - Da sollte man mal dran arbeiten. Eine Fehler hier - nein, da ruft keine freundliche Airline an und es sind doch vor allem die Älteren die öfters krank werden/sind.
Ach ja, oft genug sind diese Angaben auf der Rechnung schamhaft versteckt, dem Design untergeordnet und so klein gedruckt, dass man eine Lupe benötigt.
Komisch, dass die Fürsorge so deutlich auf so manchen Rechnungen nicht zu finden ist.
Wohl dem der gesetzlich versichert ist und sich nicht mit all dem Papierkram im Alter herumquälen muss.
11.02.2021
13:28:26
Kassenpatient
1x die korrekte Nummer ins Fax speichern, Test-Fax mit der Bitte um Rückantwort ans Amt senden. Wenn Rückantwort vom Amt bei Ihnen haben Sie es geschafft !! Happy Faxing.

Wenn sonst keine Fehler bei Ihnen passieren, machen Sie sich keine weiteren Sorgen! 1A*-Praxis!!

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